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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Mit geschenktem Plesshorn fängt alles an

09.07.2014

Dingstede Die Sonne verschwindet schon fast hinter den Baumwipfeln. Über das Feld, das unmittelbar hinter dem Feuerwehrhaus liegt, schallt ein kräftiges Jagdhornsignal. So sieht es aus und hört es sich an, wenn die Bläsergruppe Dingstede montagabends sich zum Üben trifft. Wenn das Wetter es zulässt, stellen sich die etwa 30 Musiker gerne mit ihren Instrumenten unter freiem Himmel auf – der Akustik wegen.

„Man hört sich draußen selbst genauer als im Saal“, sagt Heiko Pape. Und der musikalische Leiter der Bläsergruppe hört ganz genau hin. Stimmt das Tempo, werden die Töne richtig akzentuiert? – die Dingsteder haben schließlich einen Ruf zu bewahren. „Wir haben schon einen gewissen Stand im Landkreis Oldenburg“, stimmt Bläserobmann Detlef Riedel zu.

Aus den Signalen für den Start oder das Sammeln der Jagdgesellschaften oder auch das Verblasen der Strecke hat sich im Laufe der Jahrzehnte ein vielseitiges musikalisches Repertoire entwickelt. Spielstücke, Märsche, teilweise auch Volkslieder spielen die Dingsteder, wenn sie bei Konzerten auf andere Gruppen treffen – zum Beispiel auf Schloss Clemenswerth.

Rein organisatorisch ist die Bläsergruppe eine Untergliederung des Hegerings Hatten. Auch wenn ihre zurzeit 30 aktiven Spieler mittlerweile aus dem ganzen Landkreis kommen, hat der Name durchaus noch seine Berechtigung. Gegründet wurde die Gruppe 1975 von zwei Dingstedern: Gerold Diers und Werner Gramberg. Das erste Plesshorn verschenkte 1961 der damalige Revierpächter und spätere Bürgermeister, Herbert Huck, an Diers. Gemeinsam mit Gramberg übte dieser – und das ohne einen Lehrer. „Wir haben uns einen gebrauchten Plattenspieler und Schallplatten mit Jagdsignalen, außerdem ein Notenheft mit Text besorgt“, erinnert sich Gramberg. Anfangs übten beide im stillen Kämmerlein. Als sie nach mehreren Monaten sich sicherer fühlten, bliesen sich die Nachbarn von Hof zu Hof kraftvoll Signale zu.

Gerold Diers hat später viele Jahre die anfangs fünf Mitglieder starke Bläsergruppe geleitet. Werner Gramberg kommt heute noch zu den Übungsabenden vorbei, auch wenn das Jagdhornblasen körperlich ähnlich fordert wie das Trompeteblasen. „Die Kunst ist es, die Lippenspannung aufrecht zu halten“, erklärt Pape. Um technisch gut zu werden und zu bleiben, hilft nur eins: üben, üben, üben. „Man braucht jedes Jahr ein Ziel und ein bisschen Schliff muss sein, um das Niveau zu halten“, weiß auch Gramberg. Die Erwartungen, die an Auftritte der Bläsergruppe geknüpft würden, seien mittlerweile groß.

Die Landtage-Nord in Wüsting und symbolische Fuchsjagden sind wiederkehrende Termine, bei denen die Dingsteder für die richtige Stimmung sorgen. Seit 1997 pflegt die Gruppe außerdem eine ganz besondere Partnerschaft: Vor 17 Jahren reisten die Musiker zum ersten Mal nach Tuchola (Polen), um dort an einem Bläserwettbewerb teilzunehmen. Mittlerweile waren die Dingsteder dreimal beim osteuropäischen Nachbarn, Freundschaften sind entstanden. Vom 11. bis 14. Juli fährt auch in diesem Jahr wieder ein Bus nach Tuchola.

Am Ende des Übungsabends und mehreren Durchgängen ist Heiko Pape zufrieden. „Unser alter Fehler beim Stakkato-Spiel war nicht mehr zu hören“, lautet sein Fazit. Dann hallt nur noch einmal kurz das Signal fürs Essenfassen über das Feld. Drinnen im Feuerwehrhaus wird der Geburtstag eines Mitspielers gefeiert. Bei allem musikalischen Ehrgeiz: das gesellige Beisammensein gehört bei den Dingstedern immer dazu.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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