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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Interview: „Mit kleinem Schuss Ironie“

05.02.2011

FRAGE: Herr Stelljes, Sie haben ein neues Buch veröffentlicht, in dem Sie sich als Nordsee-Liebhaber bekennen. Ist das Schreiben von Büchern für Sie als Rundfunk-Mensch eigentlich Hobby oder Arbeit?

STELLJES: Es ist ein anderer Teil meines Berufs. Im Hörfunk bin ich stark an Formate gebunden. Beim Schreiben von Reportagen genieße ich die deutlich größeren Freiheiten.

FRAGE: Das heißt, auch für regelmäßige Radiohörer lohnt sich ein Besuch der Lesung. Trifft die Vermutung zu, dass es im Gegensatz zur Wardenburg-Chronik bei der „Lesereise Nordseeküste“ weniger wissenschaftlich zugeht?

STELLJES: Stimmt, das Buch kommt lockerer daher. Es ist aber alles, was ich beschreibe, journalistisch redlich und vor Ort recherchiert. Im Grunde sind die 18 Geschichten fast alles Reportagen. Eine Darstellungsform, in der ich mich aus Interesse u.a. auf einem Seminar des Spiegel-Verlags fortgebildet habe. Einige Geschichten, z. B. die über den Leuchtturm von Dorum oder eine Krabbentour vor Wangerooge, sind bereits im Deutschlandfunk zu hören gewesen.

FRAGE: Lässt sich denn über Bräuche wie das Boßeln, die ostfriesische Teekultur und die Liebe der Norddeutschen zu Kohl und Pinkel ernsthaft schreiben?

STELLJES: Aber ja, mit einem kleinen Schuss Ironie besonders gut. Die steht einem Journalisten auch durchaus mal gut zu Gesicht – ganz im Gegensatz zur Häme!

FRAGE: Gibt es außer der Chronik und der Lesereise eigentlich noch weitere Bücher von Ihnen?

STELLJES: Nur wenn Sie meine im Uni-Verlag veröffentlichte Diplom-Arbeit über die Gewerkschaften nach Kriegsende mitrechnen. Dafür habe ich damals auch den von den Nazis verfolgten SPD-Mann und Gewerkschafter Erwin Fritzsche interviewt. Rückblickend glaube ich, dass dies so etwas wie eine Visitenkarte geworden ist, die mir wahrscheinlich auch 1992 den Auftrag für die Wardenburg-Chronik beschert hat.

FRAGE: Ihre Forschungsarbeit hat damals ja sogar einen Ratsbeschluss ausgelöst, mit dem am Ende das Alter Wardenburgs offiziell festgelegt wurde...

STELLJES: (lacht) Bitte zwingen Sie mich nicht, noch einmal diese ollen Kamellen auszupacken.

FRAGE: Das muss nicht sein. Zurück in die Gegenwart: Sie werden bei der Lesung musikalisch von der Akkordeonspielerin Meike Bönig begleitet. Wie kam es zu dieser Kombination?

STELLJES: Das war ein Vorschlag von Gemeindemitarbeiter Rolf Vergin. Meike Bönig und ich haben uns daraufhin zusammengesetzt und sind sicher, ihr „Pop up platt“ und meine Reportagen passen gut zusammen.

Wolfgang Stelljes wurde 1957 in Grasberg (bei Worpswede) geboren. Nach kaufmännischer Ausbildung folgten Zivildienst und die Arbeit als Pfleger in der Langzeitpsychiatrie.

In Oldenburg absolvierte Stelljes das Studium der Sozialwissenschaften an der Carl-von-Ossietzky-Universität. Es folgte eine Fortbildung zum Hörfunkjournalisten am Deutschen Institut für publizistische Bildungsarbeit. Seit 1980 ist er tätig für Zeitungen und Zeitschriften, seit 1991 auch für Hörfunkanbieter. 1999, 2001 und 2004 erhielt er den Niedersächsischen Hörfunkpreis verliehen.

Im Auftrag des Evangelischen Kirchenfunks gibt der 53-Jährige seine Erfahrung an Gruppen weiter, die sich im „Bürgerfunk“ engagieren. Der Journalist lebt mit seiner Familie in Bad Zwischenahn.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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