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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

KULTUR: Mörderisch gute Krimis

29.09.2007

GANDERKESEE Skurril, bitterböse und dennoch höchst amüsant – so präsentierte sich Kai Engelke am Donnerstagabend. Sein Programm bildete den Auftakt zu der Kleinkunst-Reihe im neu gestalteten Haus Müller.

„Sax & Crime“ wurde vorab angekündigt – und diesem Programmtitel wurde Engelke voll und ganz gerecht. Im Gepäck hatte der schnauzbärtige Emsländer Selbstverfasstes aus seinem Band „Der Vollzeit-Erschrecker“ sowie seinem Roman „Der Totdenker“. Und obwohl seine Kriminalgeschichten allesamt von dem – eigentlich – toternstem Thema Mord handelten, blieb bei den Zuschauern kein Auge trocken. Musikalisch begleitet wurde das Programm von Matthias Wilkens – der Saxophonist bediente sich unter anderem an den Titelmelodien von „Pink Panther“ und „James Bond“ und sorgte für Stil und Atmosphäre.

Stets erzählte Engelke aus dem Blickwinkel des Täters, schilderte dessen Probleme, Ängste, Nöte – der Zuhörer war praktisch gezwungen, Sympathien für die Mörder zu entwickeln. Im Mittelpunkt standen zudem keine Schwerverbrecher, sondern Menschen wie du und ich, die eher zufällig zu Tätern werden.

Da ist die versierte Malerin Carola Becker, die bei ihrem lieblosen Mann nichts zu lachen hat. Warum ihn nicht einfach von einem Stier aufspießen lassen? Oder der arg gebeutelte Peter, der seine ewig zeternde Gattin nicht mehr erträgt und sie mit Hilfe eines elektrischen Zaunes aus dem Weg räumt. Für Lacher sorgte auch das Schicksal eines Weiberhelden, der von einer vermeintlichen Flamme in die ewigen Jagdgründe geschickt wird – mit Hilfe eines Skorpions . . .

Inspiration für derart schrägen Stoff findet Engelke nach eigener Aussage auf der Straße – zum Beispiel im Cafe, Rücken an Rücken mit einem Mann, der „dummes Zeug“ erzählte und sofort umgebracht wurde – natürlich nur literarisch, versteht sich.

Neben solchen satirischen Spitzen war es vor allem seine Stimme, mit der Engelke begeisterte. Der Emsländer erzeugte eine fast spürbare Intensität – und zog das Publikum in seinen Bann.

So forderten die Zuschauer dann auch lautstark Nachschlag, den Engelke mit Freude servierte. Diesmal versetzte er sich in die Lage eines höchst empfindsamen Menschen, der – genervt von dem lauten Tagwerk seines Nachbarn Willi – denselben am liebsten umbringen möchte. Dass der Bauer kurz darauf in seinem Gülletank ertrinkt, konnte nun wirklich niemand ahnen . . . Einmal mehr bewies Kai Engelke den richtigen Riecher und trieb dem Publikum Tränen in die Augen.

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