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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Die (Traum-)Rolle seines Lebens

02.02.2019

Munderloh /Hamburg Breitbeinig steht er da. Die Hände ans Polizeiauto gelegt, eine Pistole zielt direkt auf seinen Kopf. Keine Frage, die zwei Polizistinnen haben Achim Grosch (57) fest im Griff, eine der beiden tastet gerade seinen verlängerten Rücken ab...

Halt, stopp! An dem Bild stimmt etwas nicht. Es sind die Gesichter. Unwahrscheinlich, dass in einem Ernstfall so gelächelt oder geschmunzelt wird. Am überzeugendsten wirkt noch Grosch, der reichlich verdutzt in die Kamera schaut. „Die ganze Szene ist ein Schabernack“, verrät der Munderloher. Entstanden ist sie während einer Drehpause an der Autobahnraststätte Lüneburger Heide Ost, etwa 30 Kilometer vor den Toren Hamburgs.

„Kollateralschaden“

Der NDR drehte dort im September vorigen Jahres Szenen für den neuen Tatort mit Wotan Wilke Möhring. „Kollateralschaden“, so der Arbeitstitel des Krimis, der voraussichtlich noch in diesem Jahr ausgestrahlt wird. Ein Heckenschütze schießt auf einem Autohof auf einen Trucker, der Täter flüchtet unerkannt. Bei ihren Ermittlungen stoßen die Ermittler Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) auf eine Mauer des Schweigens. Klingt vielversprechend, einen genauen Sendetermin gibt’s allerdings noch nicht.

Egal, Achim Grosch hat seine Bilder bereits im Kasten. In einer kleinen Rolle als Wohnmobilfahrer durfte er am Ort des Verbrechens einen Zeugen spielen. Mit dem Handy hielten er und seine Frau Gaby zwischendurch ihre Begegnungen mit den Hauptdarstellern und einen Teil der Dreharbeiten fest.

„Das ist ein ganz cooler Typ“, so Achim Grosch über Wotan Wilke Möhring. Nicht im Sinne von arrogant, sondern eher tiefenentspannt und nahbar. Gemeinsam plauderten die beiden bei einem Bierchen in den Pausen. „Ich weiß, dass er BVB-Fan ist. Deshalb habe ich ihm zum Schluss eine schwarz-gelbe Mütze geschenkt“, erzählt der 57-Jährige und lächelt. Angetan hat es ihm auch Möhrings Filmpartnerin Franziska Weisz. „Sehr sympathisch“ sei sie. Sogar den Täter, der wie immer erst am Ende dingfest gemacht wird, kennt Grosch schon. „Darf ich aber nicht verraten“, sagt er und zuckt entschuldigend mit den Schultern.

Er macht sein Ding

Zwei Tage lang dauerten die Dreharbeiten – bei 32 Grad Celsius eine schweißtreibende Angelegenheit. Viel kälter wurde es auch nachts im Wohnmobil nicht, in dem der Munderloher mit seiner Frau und Hund Fiete auf der Raststätte übernachtete. „Wir sind Tatort-Fans, verpassen keine Folge“, so der 57-Jährige. Sein Traum wäre ein Auftritt im Kieler Tatort mit Axel Milberg. „Kiel ist schließlich meine Heimatstadt.“

Seine Setcard liegt längst den einschlägigen Agenturen vor. So kam der Munderloher auch an eine kleine Kinofilmrolle in dem Biopic über das turbulente Leben des jungen Udo Lindenberg während der wilden 1970er Jahre. Die Dreharbeiten für „Lindenberg! (Ich mach mein Ding)“ haben 2018 begonnen. Grosch verkörpert in Szenen, die nachts auf der Hamburger Reeperbahn spielen, einen Kiezbesucher, der mit den Schönen der Nacht flirtet. „Eine richtig große Produktion, mit großer Requisite, alten Autos und viel Stimmung“, schwärmt er. Um dabei zu sein, ließ er sich sogar den Bart abrasieren und in italienische Tanzschuhe stecken. Ziemlich anstrengend, so 14 Stunden auf Kopfsteinpflaster zu drehen. Trotzdem ein „unvergessliches Erlebnis“, wie er findet.

Einmal „lebenslänglich“

Kontaktscheu ist Achim Grosch nicht. Er verdient seine Brötchen im Alltag damit, dass er Verkäufer schult. Doch sein Traumberuf liegt eindeutig vor der Kamera. „Ich bin ein kleiner Schnacker und leicht narzisstisch veranlagt“, beschreibt er sich selbst. Immer wenn sich die Möglichkeit ergibt, macht sich der 57-Jährige vom beschaulichen Dorf Munderloh aus auf den Weg, um als Komparse und Kleindarsteller die deutsche TV-Landschaft zu erkunden.

16 Jahre ist es jetzt her, da hat er den Liebhaber seiner Frau erschossen und dafür von Richterin Barbara Salesch „lebenslänglich“ bekommen. Vor Jugendrichterin Dr. Ruth Herz stand er auch schon – als Onkel eines minderjährigen Angeklagten. Im Dezember 2017 schaffte er das Kunststück, im Bremer Musicaltheater zum Publikumsjuror der Show „Das Supertalent“ gewählt zu werden, und beim „Perfekten Dinner“ erkochte er sich im April 2018 einen guten dritten Platz. „Ich habe noch einiges vor“, verspricht er.

Nach seinem TV-Auftritt ist er kürzlich am Deich von Dornum von einer Frau angesprochen worden. Nein, nicht wegen eines Autogramms. Seinetwegen habe sie sich jetzt eine Nudelmaschine gekauft, hat die Unbekannte ihm verraten. Grosch: „Ist das nicht unglaublich?“

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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