• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Kirchentag: Musikalischer Kraftakt auf den Elbwiesen

20.05.2017

Wildeshausen /Wittenberg Wenn in diesen Tagen die Rede ist vom 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag, fallen Namen prominenter Gäste wie Barack Obama, Angela Merkel oder Thabo Makgoba, dem Erzbischof von Kapstadt (Südafrika). Höhepunkt des Christentreffens ist aber traditionell der Festgottesdienst am Sonntag, 28. Mai, auf den Elbwiesen der Lutherstadt Wittenberg. Und beim Blick ins Programm fällt da ein anderer Name sofort ins Auge: Ralf Grössler. Der Wildeshauser Kantor hat die musikalische Leitung dieses besonderen Festaktes inne.

Flucht ein Thema

Für Grössler beginnt das 500. Reformationsjubiläum, das in diesem Jahr gefeiert wird, bereits 2015. In Hildesheim nimmt er mit anderen Komponisten an einer Liederwerkstatt teil, um die Kirchentagslosung „Du siehst mich“ (1. Mose 16,13) in Ton und Text zu übersetzen. Der 58-jährige Kirchenmusiker steuert unter anderem das Lied „Ich bin auf der Flucht“ (Nr. 174), angelehnt an Hagars Flucht in die Wüste, zum Liederbuch „freiTöne“ bei. Zum Abschluss des Workshops fragt Kirchentagspastor Arnd Schomerus Grössler, ob er die Leitung des Gottesdienstes in Wittenberg übernehmen will. Der Wildeshauser Kreiskantor hat diesen Job schon beim Kirchentag 2009 in Bremen gemeistert.

„Ich habe mir Bedenkzeit erbeten“, verrät Grössler. „Das ist schon ein Riesenakt.“ Schließlich sagt er zu. Im Februar 2016 wird er vom Präsidium des Kirchentags in dieses Ehrenamt berufen. Seit Anfang Mai ist er von der Kirchengemeinde von seinen Amt als Kantor entbunden, um sich ganz auf die Aufgabe in Wittenberg vorzubereiten.

Für den Gottesdienst in den Elbwiesen holt er erneut den Gospelchor Joyful Voices und das Symphonic Gospel Orchestra, insgesamt etwa 120 Akteure, zusammen. „Innerhalb von einer Woche haben alle Musiker zugesagt“, ist Grössler stolz. Auch Pop-Kantor Peter Hamburger aus Kassel, Schlagzeuger Joachim Dölker und Saxofonist Lorenz Hargassner sind wieder dabei. Seit einem Jahr probt Grössler mit dem Chor. Eine erste Gesamtprobe von Chor und Orchester steht an diesem Samstag in der Aula des Wildeshauser Gymnasiums an.

Ein „Musikausschuss“ um Grössler macht der Projektleitung des Kirchentags schon vor Monaten Liedvorschläge für den Abschlussgottesdienst. Das Wort von Frank Plewka, der den riesigen Posaunenchor leiten wird, hat ebenfalls großes Gewicht. Tipps holt sich Grössler auch vom Braunschweiger Domkantor Gerd-Peter Münden, der beim Kirchentag in Stuttgart am Dirigentenpult stand.

„Ich stehe für Cross-over“, sagt Grössler. Und so werden in Wittenberg Gospelstücke wie „You are mine“ oder eine Soul-Fassung von Händels Halleluja zu hören sein. Passend zur Losung des Kirchentags gibt es aber auch Lieder wie „Gott sieht mich an“ aus der Feder von Peter Hamburger oder Traditionelles wie „Jauchzet dem Herrn alle Welt“, natürlich neu arrangiert für Chor und Orchester.

278 Seiten stark ist die Partitur, die Grössler für Gottesdienst und Rahmenprogramm zusammengestellt hat. Ein Kraftakt, nicht nur für den Dirigenten des Kirchentagssonntags. Gleichwohl steht dem Dötlinger die Vorfreude auf den Höhepunkt des Reformationsjubiläums ins Gesicht geschrieben: „Eines der schönsten Stücke ist der dritte Satz der Reformationssinfonie von Mendelssohn“, verrät der Kirchenmusikdirektor. Die Musik werde genau unter die Lesung der Sprecherin Simone Dorenburg gelegt. Im Tonstudio des NDR in Hamburg haben beide Text und Musik aufeinander abgestimmt. Luthers Hymne „Eine feste Burg ist unser Gott“ ist Bestandteil der Sinfonie, wo sie quasi als krönender Abschluss der Lesung einmal komplett als Choral instrumental erklingt.

Schlafplatz hinter Bühne

Bereits am Mittwoch fährt Grössler mit dem Campingwagen nach Wittenberg. Er hat sich einen Platz im „Backstage-Bereich“ hinter der Bühne gesichert, um nah am Geschehen dran sein zu können. Mit zwei Bussen kommen Chor und Orchester am Donnerstag nach. Vom üppigen Kirchentagsprogramm in Berlin und Wittenberg werden sie wohl kaum etwas mitbekommen. Bereits am Freitagvormittag wird die Bühne eingerichtet. Zudem steht die erste Probe an. Die Generalprobe ist für Samstag terminiert – exakt um 12 Uhr.

Am Schlusstag des Kirchentags müssen alle bereits um 9 Uhr auf der Bühne sein. Dann steht der erste Durchlauf mit den rund 6000 Bläsern an. Zeit zum Innehalten dürfte Grössler an diesen Tag kaum haben. Gleichwohl ist er gespannt auf die Predigt des südafrikanischen Bischofs Thabo Makgoba. Der Erzbischof von Kapstadt soll ein ebenso charismatischer Redner wie der verstorbene Nelson Mandela sein.

„Aller guten Dinge sind drei“, heißt es im Volksmund. Wird es nach Bremen und Wittenberg eine weitere musikalische Leitung bei einem Kirchentag geben? „Wohl kaum“, legt sich Grössler fest. „Das Reformationsjubiläum ist für mich der Höhepunkt.“

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
Rufen Sie mich an:
0511 161 23 15
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.