• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Musiker haben zu jedem Lied die Geschichte parat

15.04.2013

Hude Eine gezupfte Gitarrenmelodie dringt durch den Kulturhof. Langsam gesellt sich eine tragende Flötenmelodie dazu, die von einzelnen, dramatisch anmutenden Akkordeon-Tönen untermalt wird. Eine nur wenige Sekunden dauernde Pause bringt den totalen Bruch: Die Bodhran steigt taktgebend und rhythmusführend ein, die Gitarre wird kräftig und schnell angeschlagen und die Flöten scheinen um die schnellsten Tonfolgen zu wetteifern.

Das sind die Momente, die die Huder lieben. Das sind die Momente, in denen sie ihre Gläser heben, laut „Hey“ rufen und sich mit geschlossenen Augen zum tanzbaren Takt des in jedem Lied so lang erwarteten Höhepunkts des großartigen Zusammenspiels der vier Instrumente bewegen. Der Rhythmus ist perfekt, die Instrumente verschmelzen zu einer einzigen Melodie, die den Zuhörer einfach nur mitreißt.

„Flook“ war am Sonnabend zu Gast in Hude und der Klosterort war außer Rand und Band. Im Huder Kulturhof war jeder Stehplatz besetzt.

Zu den rein instrumentalen Stücken der Band, wie zum Beispiel die von Flötistin Sarah Allen geschriebene Ode an ihre erst vor zwei Wochen verstorbene „Granny“ oder das von Allens sechsjähriger Tochter inspirierte Lied „Three first steps“ aus der Feder von Flötist Brian Finnegan, haben die Musiker – wie es sich bei irischen Liedermachern gehört – auch immer die passende Geschichte parat. Ed Boyd fungiert bei „Flook“ als Vorzeige-Geschichtenerzähler und ließ die Zuhörer im Kulturhof an seinem Leben teilhaben: „Ich muss heute etwas beichten, was ich vorher noch nie jemandem erzählt habe“, begann der sympathische Ire, „vor zwei Wochen hatte ich das erste Mal in meinem Leben eine Maniküre“. Die drei Fingernägel, mit denen er tagtäglich das Picking an seiner Gitarre vollführt, sollten dadurch geschützt werden. „Hat aber nichts gebracht“, gestand er kichernd auf der Bühne im Kulturhof und die Besucher kicherten mit.

Allen, Boyd, Finnegan und Bodhran-Spieler John Joe Kelly brachten die Huder zum Singen, Summen, Tanzen und Lachen. Sie begeisterten Zuschauer und Organisator mit beeindruckenden, selbst geschriebenen Kompositionen und rissen das Publikum mit in die Welt er irischen Musik.

Bis in die späten Abendstunden spielten „Flook“ noch auf der Kulturhof-Bühne, am Ende sogar in einer gemeinsamen Session mit Interessierten. Und die Konzertbesucher freuten sich ausgiebig, dass sie zumindest einen Abend lang wieder ein bisschen „Celtic Days“-Luft im Huder Kulturhof schnappen konnten. Und sie freuen sich sehnsüchtig und gläserhebend auf die fünf „Celtic Days“-Tage, die im kommenden Jahr den Klosterort wieder einmal ganz in keltisches Ambiente tauchen werden.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.