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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Nach 70 Jahren kehrt Vaters Tasche heim

23.04.2015

Ganderkesee Walter Maurer stutzte, als er sich diesen Brief genauer ansah. „Deutsche Dienststelle (WASt)/Die Auskunftsstelle für Wehrmachtsnachweise“ stand im Freistempler. Von dieser Behörde in Berlin hatte der Ganderkeseer noch nie etwas gehört. Noch rätselhafter wurde die Angelegenheit, als er den Brief öffnete: 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war in Großbritannien eine kleine Tasche seines verstorbenen Vaters Erwin Maurer aufgetaucht.

Die WASt, die Walter Maurers Namen und Adresse vom Ganderkeseer Bürgerbüro erfahren hatte, war aufgrund einer Anfrage von Alfandary-Joseph Sarena aus London tätig geworden. Der Brite hatte die kleine Tasche im Nachlass seines Vaters entdeckt. Der Inhalt: Fotos und ein Feldpostbrief. Sein Vater, so vermutete Sarena junior, habe die Tasche vermutlich 1942 in Italien gefunden. Jetzt solle sie an die nächsten Angehörigen zurückgegeben werden.

Feldpostnummer geprüft

Dass es sich um das Eigentum von „Erwin Maurer, geb. am 02.09.1917 in Stuttgart“, handelt, ist nach Recherchen des WASt gesichert. „Anhand der Feldpostnummer auf dem Brief konnte mit Hilfe der hier verwahrten Wehrmachtsunterlagen Ihr Vater eindeutig als der ehemalige Besitzer identifiziert werden“, schrieb die Dienststelle.

Dass sich für Walter Maurer den- noch viele Fragen ergeben, kommt nicht von ungefähr. Sein im Jahr 1993 gestorbener Vater habe daheim nicht viel über den Krieg gesprochen. „Er war froh, mit heilen Knochen da rausgekommen zu sein.“ Doch eines wisse er sicher: Sein Vater sei während des Zweiten Weltkrieges als Wehrmachtssoldat weder in Italien noch in Großbritannien gewesen. „Er wurde als Flak-Helfer in Frankreich eingesetzt.“

In Frankreich geriet Erwin Maurer schließlich in Gefangenschaft. Erst 1947 konnte er zu seiner Familie zurückkehren, die damals noch in Annenheide wohnte und 1954 in den Schützenhof Ganderkesee zog (der von Walter Maurers Großeltern Otto und Martha Peters betrieben wurde).

Mittlerweile hat Walter Maurers Halbschwester Angelika Grotheer via E-Mail Kontakt zur Familie Sarena aufgenommen. Die sei froh, die Angehörigen aufgespürt zu haben und wolle die Tasche in Kürze zusenden.

Sorgsamer Umgang

„Ich bin gespannt auf das, was drin ist“, sagte Walter Maurer. Vielleicht lasse sich auch der Weg der Tasche rekonstruieren. Es sei bemerkenswert, wie sorgsam in Großbritannien mit persönlichen Dingen doch fremder Menschen umgegangen werde. Möglicherweise habe auch Sarena senior schon überlegt, wie die Tasche zurückkommen könne – aber den Weg nicht gewusst.

Karsten Kolloge
Harpstedt
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2706

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Schützenhof Ganderkesee

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