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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Schiebenscheeten: Oberst meistert Premiere mit Bravour

30.05.2012

HARPSTEDT Gelungene Premiere für den neuen Oberst der Harpstedter Bürgerschützen, Rolf Ranke: Mit fröhlicher Gelassenheit meisterte der 54-jährige Harpstedter am Dienstag sein erstes Schiebenscheeten als ranghöchster Würdenträger des Offizierskorps mit Bravour. Zwar hatte er beim Bataillonsappell am Vormittag um Nachsicht gebeten, falls „einmal etwas schief gehen sollte“, aber es ging alles glatt an diesem Haupttag des Harpstedter Bürgerschützenfestes. Sogar die Sonne spielte mit.

Rankes Vorgänger Hans-Peter Hellbusch nahm erstmals nach 32 Jahren im Offizierskorps als „normaler“ Bürgerschütze mit Holzgewehr und Zylinder teil, allerdings mit dem Unterschied, dass Hellbusch seit der Himmelfahrtsversammlung den Titel „Ehrenoberst“ trägt.

Nicht nur Rolf Ranke hatte beim Bürgerschützenfest 2012 eine „Feuerprobe“ zu bestehen, auch die neuen Offiziere Bernd Volkmer und Olaf Hering sowie die Magistratsmitglieder Stefan Wachholder und Ingo Fichter erlebten das Fest erstmals aus einer anderen Perspektive.

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Rekrut aus Karlsruhe

Für die Offiziere und die Blaskapelle Harpstedter Prager hatte der Tag bereits morgens um 8 Uhr mit einem Konzert beim Oberst an der Freistraße begonnen. Dort wurde auch der scheidende König Günter Lorenz empfangen. Die Bürgerschützen starteten um 9 Uhr in den Quartieren der vier Rotts mit dem Einschreiben zur Teilnahme am Schützenfest. Auch hier fand sich der eine oder andere Schützenfest-Neuling als Rekrut ein. So zum Beispiel im II. Rott, in dem Benjamin Struck aus Karlsruhe an der Seite des Harpstedters Helge Mahlstedt erschien. Beide studieren zusammen in Göttingen. „Helge hat mir so oft vom Harpstedter Schützenfest vorgeschwärmt, da blieb mir keine andere Wahl, als mal mitzukommen“, erzählte Struck, der aus seiner Heimat kein Schützenfest kennt. „Bei uns feiert man nur Fasching.“

Während noch in den Rotts der Gleichschritt und das Präsentieren des Gewehrs geübt wurde, empfing der Magistrat Offiziere, König und Prager auf dem Amtshof. Hier bedankte sich Major Heinz Volkmer bei Magistrat und Rat für den freundlichen Empfang. Den vier Magistratsvertretern verlieh er den Titel „Das Viergestirn von Harpstedt“: Bürgermeister Werner Richter, der als Pastor immer den richtigen Draht nach „oben“ habe; Horst Hackfeld, der als „Bankmann“ das Geld zusammen halte, „Fernsehkoch“ Stefan Wachholder, der zur Not immer etwas Schmackhaftes zubereiten könne sowie Ingo Fichter, der die Verwaltung am Laufen halte.

Wie gut die Zusammenarbeit zwischen Offizieren und Magistrat funktioniert, demonstrierte Bürgermeister Richter: An seinem Handstock habe 2011 noch die silberne Spitze gefehlt, weswegen er immer so „herumgehumpelt“ sei. Aber Oberleutnant Hartmut Bahrs habe das Problem eigenhändig mit dem Anbringen einer neuen Spitze gelöst.

Einen Dank richteten die Offiziere auch an König Günter Lorenz. „Wir hoffen, du hast das Regentschaftsjahr genießen können“, sagte Leutnant Michael Kasch und brachte ein Hoch auf die Majestät 2011 aus.

Eine weitere Premiere kündigte Hauptmann Claus Grote als „Verbindungsoffizier“ zu den Harpstedter Pragern an: „Neuerdings gibt es bei den Pragern auch Praktikanten“, gab er bekannt. Und so mussten die Nachwuchsmusikerinnen Meike Kieselhorst und Sarah Otte, die auf ihrem Rücken jeweils ein Schild mit der Aufschrift „Praktikantin“ trugen, aufstehen und ihr Schützenfest-Debüt als Saxofonistinnen geben.

Silberhochzeit

So in die richtige Marschlaune versetzt, machten sich Musiker, Offiziere und Magistrat auf zum Bataillonsappell auf dem Marktplatz, der wieder von vielen Schaulustigen gesäumt war. Vor der Kulisse der Christuskirche vermeldete der neue Adjutant Jürgen Mahlstedt Oberst Ranke 468 angetretene Bürgerschützen, exakt die gleiche Zahl wie im Vorjahr.

In seiner ersten Ansprache als Oberst gab sich Rolf Ranke humorvoll: „Heute heißt es: nicht im social network zu posten, sondern am traditional social life, simultan frei übersetzt: an us ole Harp­ster Schiebenscheeten teilzunehmen.“ Besondere Erwähnung fand Magistratsmitglied Horst Hackfeld, der an diesen Tag mit seiner Frau Jutta Silberhochzeit feierte.

Nachdem Bürgermeister Werner Richter die Festordnung verlesen und langjährige Mitglieder geehrt hatte (die NWZ  wird noch berichten), endete der Bataillonsappell mit der Nationalhymne. Das Fest setzte sich gegen Mittag fort auf dem Koems, wo um 13 Uhr nicht nur die Schießwettbewerbe begannen (siehe Artikel oben), sondern auch die Hüttendisco und das Konzert der Prager.

 @ Mehr Fotos unter http://www.NWZonline.de/fotos-landkreis

NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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