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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Oberst verrät einige Gilde-Geheimnisse

17.03.2016

Wildeshausen Das war ein alles andere als frostiger Abschied: Zu seiner letzten Schaffermahl-Rede verriet Ernst Frost nicht nur einige lustige Gilde-Geheimnisse, der Oberst bekam auch Minuten langen Applaus für seinen Rückblick auf zehn Jahre Amtszeit. Die endet übrigens am Pfingstdienstag beim Antreten zum Ausmarsch. Dort wird dann auch der Nachfolger offiziell gekürt. Wer es werden soll, verriet der Oberst aber auch schon. Willi Meyer soll die Nachfolge antreten.

In seinem Rückblick berichtete Ernst Frost, dass er sich sein Amt ganz anders vorgestellt hatte. „Hier ein Bierchen, da ‘ne Sitzung, dort ein Tänzchen und der Laden läuft, so hatte ich gedacht – doch weit gefehlt“, berichtete er. Aus lokalen Angelegenheiten erwuchsen schnell niedersächsische, dann bundespolitische und als Krönung internationale Aufgaben von immenser Tragweite, denen sich die Gilde stellen musste.

2009 beschloss die Bundesregierung ein Wirtschaftsför­derungsprogamm – und die Gilde schlug eine „Ab-frack-Prämie“ vor. Nur hatte man im Ministerium die wirtschaftliche Potenz des Vorschlages nicht erkannt, blickte der Oberst zurück.

„2012 dann unser erster internationaler Vorstoß. Eine Woche lang Gildefest auf der Akropolis“, erinnerte Frost. „Damit wäre Griechenland saniert gewesen und ich wäre jetzt Ehrenpräsident der Sirtaki-Vereinigung.“

Und dann der Meisterplan gegen die NSA. In der „Mission Datenchaos“ tauschten alle Mitglieder für eine Woche ihre Handys, um die amerikanischen Abhörer zu verwirren. „Übrigens, ich habe seit letzter Woche das Handy mit der Nummer 0172 - 42 ... usw. Wem gehört das eigentlich? Seitdem haucht mir eine gewisse Chantal jeden Tag mehrfach süße Dinge ins Ohr“, so der Oberst. „Aber am Sonnabend wird ja wieder getauscht, dann ist ein anderer der Glückliche.“

Der Oberst verriet auch, was er nach seinem Ausscheiden machen wird. „Ich habe mir ein ganz tolles Sitzkissen für die Kutsche bestellt: Je nach Wetterlage wahlweise mit Heiz- oder Kühlfunktion – solarbetrieben.“

Bürgermeister Jens Kuraschinski als Gilde-General blickte zurück in die Geschichte des Schaffermahls. 1610 wurde das üppige Bratenessen angesichts leerer Kassen durch ein mageres Heringsessen ersetzt. „Mit Blick auf die städtische Haushaltssituation wäre natürlich zu überlegen, ob wir nicht weiter abspecken müssen. Aber zum Glück ist die Gilde zwischenzeitlich finanziell besser aufgestellt als die Stadt, und so bin ich natürlich dankbar, dass sich Stadt und Gilde die Kosten der Veranstaltung teilen.“ Anschließend begrüßte er zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Kirche und Wirtschaft.

Innenminister Boris Pistorius empfahl er, die Gilde-Kutschen als Vorreiter in Sachen Klimaschutz. „Und vielleicht können wir ja den Imageschaden bei VW durch ein Angebot aus Wildeshausen kompensieren. Ich denke an die neue Zwei-PS-Klasse mit der GK 1403, der Gildekutsche 1403.“

Doch Kuraschinski sprach auch ein für die Gilde ernstes Thema an: das Tabakskollegium. Das muss wegen des Nichtraucherschutzgesetzes vor der Tür stattfinden. „Für solche Traditionsveranstaltungen sollte es eine Ausnahmeregelung geben“, meinte der Bürgermeister.

Den Ball nahm Pistorius prompt auf. „Ich habe heute zum ersten Mal nach 18 Jahren wieder Tabak geschmeckt. Wenn ich rückfällig werde, sind sie schuld“, so der Innenminister nach Genuss der Tonpfeife auf dem Marktplatz. Dann schlug er vor, nächstes Jahr Donald Trump einzuladen. „Davon profitiert das gesamte Friseurhandwerk.“ Pistorius erkannte auch an, dass die Gilde Griechenland aus den Schlagzeilen geholt hatte. „Bisher dachte ich immer, es wäre Mutti gewesen“, scherzte der Innenminister.

-> Mehr zum Schaffermahl lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-land 
Jasper Rittner
Redaktionsleitung
Redaktion Westerstede/Oldenburg
Tel:
04488 9988 2601

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