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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Opulente Bilder wie in einem Rausch

19.06.2012

KIRCHKIMMEN Johann Büsen ist ein Jäger und Sammler. Sein Revier sind die Weiten des Internets, wo er nach Bildern fahndet und in seinem großen digitalen Korb sammelt. Zeitungen und Magazine dienen ihm ebenfalls als Quelle. An interessanten Motiven mangelt es ihm auch nicht, wenn der gebürtige Paderborner, der die Hochschule für Künste in Bremen mit Diplom abgeschlossen hat, mit dem Fotoapparat durch die Gegend streift: Seit 2009 lebt und arbeitet der 27-Jährige in Berlin.

Aus seinem schier unerschöpflichen Fundus an Fotografien, Zitaten, Comics, Abbildungen und anderem mehr komponiert er seine ebenso faszinierenden wie beunruhigenden digitalen Bilderwelten, die opulent wie in einem Rausch wirken: lustvoll, anarchisch, ausufernd und unübersichtlich. In den Werken spiegeln sich Themen wie Reizüberflutung durch Medien, Macht, Krieg und Gewalt, Geld, Drogen, Sex und Starkult wider.

„Johann Büsen führt uns in seinen außergewöhnlichen und technisch brillanten Bilduniversen den Wahnsinn unseres täglichen Lebens vor Augen – farbig, schrill und surreal“, sagt der Huder Galerist Frank L. Giesen, der Büsens Werke in seiner „Galerie am Stall“ in Kirchkimmen vom 24. Juni bis zum 22. Juli zeigt.

„Als ich die Arbeiten zum ersten Mal gesehen habe, war ich stark beeindruckt“, gesteht Giesen. Der junge Künstler gelte „als jemand, dem eine große Zukunft vorhergesagt wird“. So sieht es auch die Jury, die Büsen 2010 den Paula Modersohn-Becker Nachwuchs-Kunstpreis in Worpswede verliehen hat. Sie bescheinigt ihm ein großes Potenzial, sich zukünftig innerhalb der vielfältigen Kunstlandschaft durchzusetzen.

Johann Büsen gestaltet seine doku-fiktionalen Universen ausschließlich am Computer. Der Arbeitsspeicher umfasst unzählige Motive, die er unter Schlagworten abspeichert, um diese jederzeit abrufen zu können und sie mit eigenen Skizzen, Farbflächen und weiteren Modulen zu kombinieren. „Die Beschäftigung mit einem Werk zieht sich manchmal über Monate hin, phasenweise arbeite ich auch parallel an mehreren Objekten“, sagt Büsen.

Aus der Entfernung wirken seine Bilder nicht von ungefähr wie Malerei, schließlich hat er „früher“ konventionell – Acryl auf Leinwand – gearbeitet. Die Leinwand ist als Untergrund erhalten geblieben: Die fertigen Collagen werden als Digitaldruck auf Leinwand am Plotter ausgegeben und sind allesamt Unikate. „Johann Büsen ist ein tolles Beispiel dafür, wie mit Werkzeugen der modernen Welt Kunst gemacht wird, die durchaus auch traditionelle Elemente enthält“, sagt Frank L. Giesen.

Die Ausstellung trägt den Titel „Re:Sort“. Eröffnung ist am Sonntag, 24. Juni, um 11.15 Uhr in der „Galerie am Stall“ (Am Ebenesch 4 in Hude-Kirchkimmen). Einführende Worte spricht Kunstwissenschaftler Dieter Begemann.

36 Arbeiten – überwiegend in den Jahren 2011 und 2012 entstanden – hängen in der Galerie. Nummer 37 (ein 4 mal 1 Meter großer Digitaldruck auf PVC-Plane) wird zur Vernissage in der Scheune präsentiert.

Die Galerie ist donnerstags und freitags von 15 bis 19 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon  04408/8099848 geöffnet.

 @ Mehr Infos unter http://www.galerie-am-stall.deundwww.johannbuesen.de

Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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