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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Huder Machen Vier-Wochen-Tour: Zwei „Naturburschen“ auf Achse

02.08.2018

Ostsee /Hude „Es ist laut, es stinkt nach Benzin, man ist langsam, aber mir macht es Spaß“, so beschreibt Wolfgang Krause die Fahrt mit seinem Oldtimer. Dieser hat jüngst 1700 Kilometer zurückgelegt, bei einer vierwöchigen Tour an der Ostküste entlang. Krause gibt im Gespräch mit der NWZ einen Einblick in seine Reise und was ihn und Freund Klaus Beer alles erwartete.

Meistens schlief der 66-Jährige auf einem Feldbett, unterm Sternenzelt, „warm genug war es ja.“ Den ganzen Juli hindurch waren die beiden auf Achse. Ihr Gefährt: Ein amerikanischer Dodge WC (weapon carrier) 54 ambulance und ein WC 51 Pickup. Nur 60 km/h schaffen die Oldtimer. Autobahnen sind deshalb ausgeschlossen. Übernachtet haben die beiden meistens im Grünen. Normales Camping kam nicht infrage: „Dabei fahren die Leute ihr Wohnzimmer in Containern spazieren“, wie Krause es formuliert.

Von Hude aus ging es mit der Fähre über die Elbe nach Glückstadt. Es folgten Heiligendamm, Bad Doberan, Rügen, Freest, Usedom, Wolgast, Heringsdorf, Anklam, Waren, Salzwedel, Amt Dambek, Thedinghausen, Witze, Dörverden und viele andere Orte. Geplant war nur die Richtung. Nach Nordosten sollte es gehen: Ansonsten überließen die beiden Rentner die Strecke dem Zufall und der Laune.

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Minimalisten

Bereits im vergangenen Jahr machten sie eine solche Reise, da ging es nach Süddeutschland. „Völlig ungebunden zu sein, ist daran das Schönste“, sagt Krause. Nur mit dem Nötigsten ausgestattet (wichtig waren zwei Gaskocher), besorgten sich die beiden selbst ernannten Minimalisten alles Weitere unterwegs, in Tante-Emma-Läden, kleinen Hoffcafés oder Landschlachtereien. Bratwurst und Erbsensuppe landete oft auf dem Tisch und zwei Spiegeleier auf Brot waren das Standardfrühstück.

Zwischendurch besichtigten sie zahlreiche Kirchen, Klostergebäude oder auch den Prora-Komplex auf Rügen. In Zirchow machten sie einen Abstecher zur Flugzeuge-Ausstellung Hangar 10, in Anklam besuchten sie das Otto-Lilienthal-Museum für Maschinenbau, in Wietze das Erdölmuseum und eine Wiese voller Wildpferde. Das Wolfscenter in Dörverden kam auch mit ins Programm.

Die Reisenden fielen auf mit ihren ungewöhnlichen Fahrzeugen, doch „die Leute reagierten immer sehr positiv auf uns. Wir waren ja nicht auf Sauftour.“ Einige hielten sie für Amerikaner, oder fragten, ob sie die Fahrzeuge aus einem Museum hätten.

Ganz von alleine passte sich der Rhythmus der beidem dem der Sonne an. Anders sei auch die Geräuschkulisse gewesen: Graugänse, Schwalben oder Storche hörten die beiden abends. „Wir sind echte Naturburschen, uns stört nichts.“

In Bad Doberan stießen sie zufällig auf das Oldtimertreffen „Schwanenralley“. „Den zweiten Preis der Klasse Nutzfahrzeuge konnte ich mit meinem Dodge machen“, freute sich Krause. In Freest kamen sie gerade noch rechtzeitig, um bei der Bergung eines abgesackten Bootes zu helfen.

Besonders beeindruckt hat den 66-Jährigen ein Kloster in Amt Dambek. Eigentlich wollten sie dort nur ihre Fahrzeuge für eine Nacht abstellen, doch es kam anders: „Dort leben die Menschen wirklich noch den christlichen Gedanken von Nächstenliebe.“ Beeindruckt vom freundlichen Umgang der Menschen, blieben sie drei Tage. Die Betreiber setzen auf Spenden, so mussten Krause und Beer nichts zahlen. Dass sie den Menschen dort trotzdem etwas zurückgeben wollen, war für sie ganz klar. „Wir haben denen einen Arbeitstag angeboten.“ So reparierte Krause als ehemaliger Berufsschullehrer für Elektrotechnik den Motor eines kaputten Fahrzeuges. Für Krause stand fest, dass er in dem Kloster nicht das letzte Mal war.

Für Blaubeeren bremsen

Zu Pferd, zu Fuß oder mit dem Fahrrad seien ihnen Menschen begegnet, die das Gleiche suchen beziehungsweise genießen wie sie beide: Freiheit und Ungebundenheit. Nach Lust und Laune die Route wechseln, auf kleine charmante Ecken in unbekannten Dörfern stoßen und auf hilfsbereite Fremde. „Eine Vollbremsung für einen Abstecher ins Blaubeerfeld oder für eine Eisdiele kam da auch mal vor“, ergänzte Krause mit einem Schmunzeln.

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Freya Adameck Redakteurin / Redaktion Ostfriesland
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