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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Pflasterverbot, Pampersträger & Pointen

11.06.2014

Wildeshausen Peter Petersen sagt keinen Mucks. Wozu auch? Der Mann ist Trommler im Spielmannszug Wildeshausen. Doch zum 611. Gildefest hat es Petersen schwer getroffen. Seine Musiker neben ihm hatten ihm Sprechverbot erteilt, weil er angeblich zu viel redet. Das war beim Appell am Dienstag auf der Herrlichkeit dem Adjutanten des Oberst, Andreas Tangemann, aufgefallen, als er zusammen mit General Dr. Kian Shahidi und Oberst Ernst Frost die Parade abnahm. „Ich habe Ihnen kein Redeverbot erteilt, also runter mit dem Pflaster“, befahl Tangemann. Somit musste Beckenspieler Detlef Meyer Peter Petersen das Pflaster abreißen. „Richtig ziehen, damit der Bart gleich mit abgeht“ scherzte der Adjutant. Er erkundigte sich nach Petersens Wohlbefinden. „Alles in Ordnung“, meinte der.

Dass es um den Nachwuchs im Spielmannszug gut bestellt ist, demonstrierten Christian Niester und Björn Becker. Sie trugen beim Appell stolz ihre Söhne Henry (fünf Monate) und Justus (sechs Monate) auf dem Arm. Mehr noch: Die beiden Knirpse trugen bereits die Uniform, die ihre Mütter zur Überraschung der Väter genäht hatten. „Die beiden Jungs freuen sich jetzt schon auf das Gildefest in 20 Jahren“, meinte Tambourmajor Martin Posenauer.

Pünktlich zur Parade kam auch die Sonne zum Vorschein. Angesichts des zuvor schaurigen Wetters hatte Ingo Poth vom Musikkorps Wittekind einen silbernen Flachmann in der Tasche und bot dem Adjutanten sogleich einen Schluck an, als der vor ihn trat. „Das muntert auf und glüht so richtig durch“, freute sich Tangemann, wusste aber nicht, was er trank. Es war Klosterfrau Melissengeist.

Dreimal zogen Wachkompanie, Spielmannszug und Musikkorps an den Offizieren vorbei um die Herrlichkeit – dieses Mal ohne Murren, wie schon das eine oder andere Mal in der Vergangenheit. König Jörg Schilling wurde seine mehr als fünf Kilogramm schwere Amtskette zu schwer, so dass er seinen Sohn Max rief. Der hob die Kette für einige Sekunden an, so dass der Papa seine Schultern und seinen Hals entspannen konnte.

König möchte Max auch werden: Kinderkönig. Mit seinen zehn Jahren darf er erstmals am kommenden Sonnabend am Schießen mit der Armbrust teilnehmen. An der Parade hatte er zusammen mit seinen drei Geschwistern sowie mit seiner Mutter Anika Schilling großen Spaß. Diesen Satz konnte auch Dr. Franz Held (60) unterschreiben. Der Hamburger ist Gynäkologe und hilft im Johanneum aus. Er kam gerade von der Nachtschicht und marschierte direkt zur Parade auf der Herrlichkeit. „Ich finde das toll. Das erinnert mich an meine Kindheit in Paderborn, wo das Schützenfest auch groß gefeiert wird.“ Held hatte viel Lob für Wildeshausen und sein Vereinswesen parat. Er sah auch mit an, wie mehrere Offiziere befördert und 113 neue Rekruten vereidigt wurden.

Christoph Koopmeiners
Wildeshausen/Dötlingen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2705

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