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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Prächtiger Park mit langer Geschichte

19.10.2015

Hude „Barock ist für mich wie Ritter Sport: Quadratisch, Praktisch, Gut“, verriet Greta von Witzleben am Sonntagnachmittag und hatte damit die Lacher auf ihrer Seite. Die sympathische Gutsverwalterin des von-Witzleben-Anwesens nahm im Rahmen der Huder Gartenerlebnisse eine Gruppe interessierter Gartenfreunde mit in ihren Garten.

Dieser steht in keiner Relation zu den anderen Teilnehmern der Gartenerlebnisse. Die knapp zwölf Hektar des mehrere Jahrhunderte alten von-Witzleben-Parks stehen einfach für sich. An einem der sieben Teiche des Parks erläuterte die Verwalterin ihren Zuhörern die Vielfalt des Parks, der in verschiedenen Epochen immer erweitert wurde, bis er im Laufe des Zweiten Weltkrieges verkleinert wurde.

Der quadratische Teich stammt aus der Barock-Zeit, andere, eher runde, natürlich aussehende Teiche, sind im Stile englischer Gartenkunst angelegt. „Ganz typisch für so einen englischen Landschaftspark sind kleine Baumgruppen“, erklärte Greta von Witzleben. „Dabei hat man die Bäume ganz dicht nebeneinander gepflanzt, in einigen Fällen sind sogar Baumpaarungen daraus entstanden“, erzählte sie stolz.

Nicht immer war der Park im Besitz des von-Witzleben-Geschlechts. Die Legende besagt, dass ihr Vorfahre Kurt Veit das Gut als Wetteinsatz vom dänischen König gewonnen hat, verriet von Witzleben. Tatsächlich aber musste die Familie bis 1950 ratenweise das Gut abbezahlen. Seitdem ist sie im Besitz eines der schönsten Orte der Gemeinde. Denn das Idyll, das sich hinter dem beeindruckenden Gutshaus versteckt, ist selbst im Grau eines Herbstnachmittages einen langen Besuch wert. Eine über 700 Jahre alte Linde, die als einzige den Krieg überlebte, vier im Kreis angelegte Lärchen, die den familiären „Friedhof der Kuscheltiere“ säumen oder die Reste einer Wäscheleine an einer Eiche mitten im Grün, sind nur einige der spannenden Details des bis heute mit viel Liebe und Mühe gepflegten Parks.

Die Geschichte während des Zweiten Weltkrieges ist ein spannendes Detail in der Historie des Parks: „Fünfzig Flüchtlingsfamilien wurden von der Huder Gemeinde damals im von-Witzleben-Park einquartiert“, so die Gutsverwalterin. „Fünf Baracken wurden aufgebaut, es herrschte ein totales Chaos“. Mittlerweile sind die Baracken wieder abgebaut und der Park erstrahlt wieder in seiner alten Pracht. „Früher waren sieben Personen für die Haltung des Parks zuständig, heute sind wir zu dritt“, sagte Greta von-Witzleben. Die Besucher der Huder Gartenerlebnisse dankten ihr und ihrem Team mit großem Applaus am Ende der Führung. Diese führte sie auch an der beeindruckenden mehrere Meter hohen Roteiche vorbei, die den Startpunkt für viele Jagdausritte in den letzten Jahrhunderten markierte.

„Es ist ein ungesagtes Gesetz, dass jeder der von-Witzlebens eine Roteiche mitbringen muss, wenn er verreist“, erzählte Greta von Witzleben. „Ich war in diesem Jahr in Amerika und habe auch direkt einen Setzling mitgebracht“.

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