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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

MÄNNERGESANGVEREIN: Sänger feiern Jubiläum in aller Stille

14.12.2009

WESTERHOLT Angefangen hat alles vor 100 Jahren: Eine Gruppe Westerholter Bürger startet im Jahr 1909 einen Aufruf, um weitere Mitstreiter für die Gründung eines Gesangvereins zu finden. Am 12. Dezember des gleichen Jahres finden sich tatsächlich zahlreiche Interessierte im Gasthaus Heinrich Willers ein. Der Männergesangverein Westerholt wird an diesem Abend aus der Taufe gehoben.

In den Vorstand wählt die Versammlung den Vorsitzenden Friedrich Speckmann, Schrift-, Kassenführer und Lehrer Friedrich Wellmann sowie Dirigent August Runge. Ab dann treffen sich die Herren immer sonnabends von 20 bis 22 Uhr im Gasthaus. 1924 tritt die Gemeinschaft dem Sängerbund Concordia bei, einer Vereinigung der Männerchöre aus den Gemeinden Wardenburg, Hatten und Großenkneten. 1934 richten die Westerholter zum ersten Mal ein Bundessängerfest aus, fünf weitere sollten noch im Abstand von zwölf Jahren folgen. Die Folgen des Zweiten Weltkriegs sind für die Bevölkerung und die Vereine noch viel schwerwiegender als die des Ersten Weltkriegs. Wer überlebt hat, hat andere Sorgen, als zu singen. Erst 1947, so steht es in der Vereinschronik, beginnen mit

Genehmigung der Militärregierung wieder die ersten Singabende in Westerholt.

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41 Jahre Dirigent

August Runge dirigiert den Gesangverein noch bis zum Herbst 1948, dann übergibt er die Aufgabe nach 39-jähriger Tätigkeit an seinen Nachfolger Ewald Lowies. Schon ein Jahr später löst ihn Gustav Martens für 41 Jahre ab. Dafür wird er 1986 vom damaligen Bürgermeister Diedrich Fischbeck und Gemeindedirektor Werner Cordes geehrt.

Doch es gibt für den MGV nicht nur rosige Zeiten. „Es fehlte an Sängern und der Ausgleich der Stimmen war nicht vorhanden“, erinnert sich Jürgen Kutscha. Es kommt sogar so weit, dass für zwei Jahre das Singen ganz eingestellt werden muss. 1968 gibt sich der Verein den Namen „Sängerrunde“, passend zum neuen Namen dichtet Gustav Martens den Wahlspruch „Aus gutem Grunde, dem Menschen zum Bunde, das Lied der Sängerrunde“. Dieser wird ab sofort auf jedem öffentlichen Auftritt vorweg gesungen. 1980 steuert die „Sängerrunde“ zu der Schallplatte „So klingt’s in Wardenburg“ die beiden Volkslieder

„Guten Abend“ und „Wer recht in Freuden wandern will“ bei. 1984 wird das 75-jährige Bestehen mit einem großen Sängerball im Gasthaus Willers gefeiert. 1992 folgt das letzte Bundessängerfest der „Sängerrunde“, bald danach wird das Vereinslokal, die Gastwirtschaft von Heinrich Willers, geschlossen. Neuer Übungsraum ist die Grundschule Achternmeer.

Mehrheit singt nicht mehr

Doch die Zahl der Sänger schrumpft stetig, so dass auf der Jahreshauptversammlung am 17. September 2004 endgültig der Vorhang fällt. Der Vorschlag der Dirigentin, Johanna Irgang, notfalls nur einstimmig in kleiner Besetzung weiter zu singen, findet keine Mehrheit. Für die Sänger ist der Entschluss, nicht mehr öffentlich aufzutreten, auch eine Befreiung. Sie treffen sich weiterhin regelmäßig am letzten Freitag eines Monats zu munteren Gesprächsrunden. Gesungen wird nur noch für Geburtstagsständchen, das eigene Vereinsleben mit Weihnachtsfeiern, Kohlfahrten und Ausflügen hat jetzt Vorrang. Liedervater Otto Krumland, Schriftführer Dieter Fürst und Kassierer Heinz Willers sorgen als Vorstand dafür, dass alles seine Ordnung hat. So überwiegt beim 100-jährigen Bestehen denn auch die Freude aller verbliebenen Mitglieder. Die Sängerrunde hat ihr großes Jubiläum mit einem Ausflug nach Bad Zwischenahn und einem anschließenden gemütlichen Abend gemeinsam mit ihren Partnerinnen am Sonnabend

gefeiert – in aller Stille.

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