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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Auf den Spuren seines Großvaters

12.04.2019

Sandkrug /Bremen /New York Als Buchbinder wurde er in den 1920er Jahren arbeitslos. 1928 wanderte er aus der Not heraus nach New York aus. Eine spannende Zeit begann für den Leipziger Theodor Trampler. Doch 15 Monate danach verschlug es ihn schon wieder nach Deutschland. Was erlebte der Mann in der amerikanischen Großstadt? Etwa 90 Jahre später begab sich sein Enkel, der Bremer Musikproduzent Ulrich Balß, auf die Spuren seines Großvaters. Was er herausgefunden hat und wie daraus das Buch „New York – Past & Present – 1928 till now“ entstanden ist, berichtet der 64-Jährige am Montag, 29. April, um 19.30 Uhr im Tee & Café am Museum, Astruper Straße 42, in Sandkrug.

Dass sein Großvater, der 1975 verstarb, mal in New York gelebt hatte, wusste Balß, doch es wurde in der Familie nie viel darüber geredet. Erst nach dem Tod seiner Mutter fand er im Jahr 2015 eine Kiste mit über 100 alten Briefen und ungefähr 200 Fotos seines Großvaters aus New York. „Als ich das Material gesehen hatte, kam mir relativ schnell die Idee, dass man daraus ein zeitgeschichtliches Buch machen könnte“, erklärt der Bremer, der auch schon ein Buch über Lissabon veröffentlicht hat.

Rückblick: „Wenn man arbeitslos war, war es schwierig, über die Runden zu kommen“, sagt Balß über die Motivation seines Großvaters, auszuwandern. Einer seiner Freunde lebte schon in der amerikanischen Stadt, was Trampler den Entschluss leichter machte, diesen Schritt zu wagen. Schon bald fasste er als Buchbinder in der Großstadt Fuß.

Mit dabei hatte er oft seine Kamera, was zu der Zeit ungewöhnlich war. „Die Leute, die nach Amerika gegangen sind, haben natürlich etwas Wichtigeres als eine Kamera mitgenommen“, so Balß. Doch sein Großvater verdiente sich mit der Fotografie etwas dazu: Er porträtierte verschiedene Menschen. Doch auch für Bilder von den New Yorker Straßen, Häusern und Sehenswürdigkeiten blieb Zeit.

Lange blieb Theodor Trampler nicht in New York: Etwa 15 Monate nach Beginn seines Abenteuers kehrte er wieder zurück nach Deutschland. Denn seine Frau konnte sich nicht dazu durchringen, ihrem Mann in die USA zu folgen, und seine Sehnsucht nach der Familie war zu groß.

Zurück in die Gegenwart: Obwohl Balß aus Arbeitsgründen schon öfter im Big Apple unterwegs war, machte er im Zuge der Recherche für sein Buch noch mal eine besondere Reise. Dabei besuchte er die Orte, an denen sein Großvater vor etwa 90 Jahren war. „Das war natürlich spannend“, so Balß. „Das berührte mich schon.“ Schnell wurde ihm deutlich, inwiefern sich die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Einige Gebäude gibt es gar nicht mehr, andere – wie das bekannte Flat-Iron-Building – haben sich kaum verändert. Selbst im Treppenhaus des Gebäudes in der 196. Straße, in dem sein Großvater damals lebte, stand der Bremer. Balß nahm bei seiner Reise auch selbst die Kamera in die Hand: „Ich wollte von den gleichen Standpunkten aus fotografieren, von denen mein Großvater Fotos gemacht hat.“ Somit stellt sein Buch das New York aus den 1920ern und der heutigen Zeit gegenüber.

 Bei der Buchvorstellung in Sandkrug zeigt Balß Bilder der Großstadt, er liest Auszüge aus den Briefen und aus dem Tagebuch seines Großvaters und wird etwas zur Entstehung des Buches sowie zum Erlernen der Sütterlinschrift erzählen. Der Eintritt ist frei.

Anna-Lena Sachs Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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