• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Auf dem Weg ins Innerste

19.10.2019

Sandkrug Im Garten der Katholischen Kirche an der Bahnhofstraße in Sandkrug schmiegt sich ein kreisrundes Objekt an die Mauern des Gotteshauses. Ein akkurat abgemessener Weg aus feinem Rindenmulch führt in den acht Meter durchmessenden Steinkreis hinein, windet sich bis ins Zentrum der Fläche, wo ein Hexagon aus Steinen das Zentrum bildet. Kurz innehalten, sich umschauen – dann geht der Weg weiter, wieder aus dem Kreis heraus. 94 Schritte dauert es. 94 Schritte, in denen der Besucher sich unwillkürlich ganz auf das Gehen auf den schmalen Wegen konzentriert.

Marianne Leidenroth (57) öffnet die kleine Gartentür, die vom Fußweg zum Auvers-le-Hamon-Platz abgeht. Die Sandkrugerin ist die Frau hinter dem Labyrinth. „Das Thema beschäftigt mich schon seit elf Jahren“, verrät sie dem Besucher. Den Anstoß gab 2008 eine Ausstellung in der „Galerie Petit“ von Horst Kolter. Damals stellte sie Patchwork-Arbeiten und Quilts aus, die die typischen Formen eines Labyrinths trugen. „Seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los“, sagt die 57-Jährige. Labyrinthe seien mystisch, spirituell, ein Symbol für Lebensraum. Vor ein paar Jahren begann die Sandkrugerin mit Gänseblümchen im eigenen Garten zu experimentieren. Pflanzte sie so an, dass sie die typische geometrische Form bildeten.

In diesem Sommer hatte sie dann beim Joggen die entscheidende Eingebung. Ihr Blick fiel auf den Garten hinter der Katholischen Kirche – und die große freie Rasenfläche. Hier, so ihr Gedankenblitz, wäre doch ein idealer Platz für ein Labyrinth. „Ich bin Pfarrer Christoph Sibbel und der Kirchengemeinde sehr dankbar, dass sie meinem Traum so positiv und offen begegnet sind“, sagt sie.

Marianne Leidenroth, die seit 30 Jahren in Sandkrug lebt, sagt von sich selbst, sie sei immer „Handarbeiterin“ gewesen. Schon als kleines Kind habe sie genäht. Der Umgang mit Stoffen sei ein sinnliches Erlebnis. Die präzisen Kreisformen hat sie mithilfe eines Heringshakens und einem Seil gezogen. Sie sieht die gestaltete Fläche als Geschenk an die ganze Gemeinde, auch unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes. Pflanzen hat die Hobbygärtnerin danach ausgewählt, wann diese blühen und ob sie auch Insekten Nahrung bieten. Im Idealfall sollten das ganze Jahr über Blüten zu sehen sein. Chrysanthemen, Porzellanblümchen, Nachtkerzen, Habichtskraut, Taglilien, Schneeglöckchen, Krokusse und Perlhyazinthen hat sie zwischen den sich windenden Wegen eingepflanzt. Ein Kräutergarten soll folgen.

Um die Form dauerhaft zu erhalten, muss Unkraut gezupft werden. Etwa zwei Stunden pro Woche ist sie damit beschäftigt. Ihr Wunsch: „Ich hoffe, dass der Funke überspringt und viele Menschen hier Freude finden.“

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
Rufen Sie mich an:
04407 9988 2731
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.