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Mittelaltermarkt In Sandkrug: Buntes Treiben mit alter Handwerkskunst

01.07.2019

Sandkrug Zu einem Zeitensprung ins Mittelalter hat der Kultur & Tourismus-Verein Hatten in Kooperation mit der Gemeindeverwaltung am vergangenen Wochenende in den Waldpark in Sandkrug eingeladen. Hier hatten zu beiden Seiten der Freilichtbühne zahlreiche Handwerker und Gewerbetreibende ihre Zelte und Buden aufgebaut und boten den Besuchern interessante Einblicke in die Erlebniswelt des späten Mittelalters. Organisiert von der Gewürzkrämerin Elke Osterhaus und dem Barbier Rod ó Trottoire ist ein urtümlicher Marktplatz entstanden, der Groß und Klein begeisterte und zu zahlreichen Mitmachaktionen einlud.

Vielen Händlern und Handwerkern konnten die Besucher bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und so einen lebendigen Eindruck von der Produktion von Werkzeugen und Gerätschaften zur damaligen Zeit gewinnen. Handwerkskünste wie die Töpferei, die Korbflechterei oder die Holzschnitzerei wurden präsentiert, natürlich konnte die Ware bei Gefallen auch erworben werden.

In der alten Manier der Reisenden bot Rod ó Trottoire seine Heiltätigkeiten und Barbierkünste an. Er stellte sich vor: „Ich bin beruffen allenthalben, kann machen viel heilsamer Salben, frisch Wunden zu heiln mit Gnaden, dergleich Beinbruch und alte Schaden, Franzosen heyln, den Staren stechn, den Brandt leschen und Zeen ausbrechen. Auch Aderlaßen thu ich gern“. Er entführte sein Publikum in drastischer Weise in die Welt früherer medizinischen Heilkunst mit Darbietungen von üblen Flüssigkeiten und derben Gerüchen. Der eine oder andere Gast wagte es dennoch, auf seinem Stuhl Platz zu nehmen, um sich mittelalterlich fachgerecht barbieren zu lassen.

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Auch der Stand für Drechslerei und Bogenbau war ständig umlagert. Alexander Heß demonstrierte die große Kunst der damaligen Drechselarbeiten. Schmuck aus heimischen Hölzern fertigte Peter Knoll aus Twistringen an, die Imkerei und Kellerei Hinrich Becker bot Honig in Tongefäßen sowie zahlreiche hochprozentige Getränke-Kreationen an.

In der „Pötterey“ von Marei Müller konnten auch die Kinder versuchen, Gegenstände herzustellen. „Meine mittelalterlichen Keramiken sollen keine Repliken sein“, erklärte die Töpferin. „Ich lasse mich von historischen Objekten inspirieren und schaffe mit den heutigen Erfahrungen und meinem handwerklichen Können Neues.“ Die erste Töpferscheibe entstand vor rund 5000 Jahren – und seither habe sich an der Technik des „Drehens“ auf der Scheibe nichts mehr verändert, erklärte sie. „So wie im Mittelalter rheinische Töpfer ihre Pingsdorfer Keramik drehten und damit Objekte für den Alltagsgebrauch schufen, so sollen auch meine handgedrehten Krüge, Teller und Tassen für den täglichen Gebrauch sein.“

Sebastian Backhaus aus Thedinghausen bot an seinem Stand Heilende Steine und Kristalle. Unzählige Düfte erfüllten den Stand von Gewürzkrämerin Elke Osterhaus.

Die Mittelalter-Musikgruppe Oilensanc begeisterte ihr Publikum mit mehrstimmigem Gesang und und präsentierte dabei 20 verschiedene größtenteils historischen Instrumente. Lieder und Tänze aus sechs Jahrhunderten in acht unterschiedlichen Sprachen – von der gefühlvollen Ballade bis hin zu temperamentvoll mitreißenden Trink- und Tanzliedern – sorgten für eine ausgelassene Stimmung bei den Gästen.

Weil offene Feuer im Waldpark nicht erlaubt waren, versorgte die Gaststätte „Pefferkorn“ die Gäste der Veranstaltung mit warmen Speisen.

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