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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Musik Aus Sandkrug: Johannes Cernota lässt Töne zu Farben werden

05.10.2019

Sandkrug Es sind Bilder, wie sie vor allem Bahnfahrer kennen. Der Beobachter sitzt scheinbar unbeweglich auf seinem Platz, und die Landschaft zieht an ihm vorbei. „Passing Pictures“, auf Deutsch „vorbeiziehende Bilder“, mit diesem Titel spielt Johannes Cernota (64) an genau diese Situation an.

„Passing Pictures“ heißt auch sein neues Album, das dieser Tage veröffentlicht wird. Der ausgebildete Konzertpianist veröffentlicht darauf 15 selbstkomponierte Stücke, für die es keine Noten gibt. Entstanden sind sie ursprünglich aus Improvisationen. „Aber ich habe sie fest in meinem Kopf“, sagt der in Sandkrug lebende Künstler.

Es ist keine typische Klaviermusik, die den Zuhörer mitnimmt auf eine Reise mit unbekanntem Ziel. Melodisch und rhythmisch variieren die Stücke stark, brechen manchmal Jazz-Elemente überraschend den Fluss der Kompositionen. Cernota ist als Bildender Künstler und Komponist erfolgreich. Dass er als Pianist neben Solo- und Ensembleprogrammen auch ein gefragter Begleiter für (Stumm-)Filmkonzerte ist, zeigt sein Gespür für erzählerisches Tempo und das Erschaffen von Stimmungen.

Grammy-Gewinner hilft

Um den neuen Tonträger – es ist mittlerweile sein achter – einzuspielen, diente zwei Tage lang das Kulturzentrum „PFL“ in Oldenburg als Konzertbühne und Tonstudio. Mit Michael Brammann, Honorarprofessor der Jade-Hochschule, stand ein anerkannter Experte für Musikaufnahmen und -produktionen an Cernotas Seite. Brammann war bereits bei über 1000 LP- und CD-Veröffentlichungen verantwortlich für die Tonaufnahme und Abmischung. Der Tonmeister wurde u.a. 2002 und 2007 mit dem Grammy ausgezeichnet.

„Eigentlich fällt mir das Benennen meiner Stücke immer schwer“, verrät Cernota. Bei „Shining green yellow“ war die Sache dagegen einfach. Der 64-Jährige verbindet bestimmte Töne unwillkürlich mit Farben – ein Phänomen, das als Synästhesie bezeichnet wird. „Wenn ich die Melodie und Töne spiele, sehe ich sofort diese grün-gelben Farben vor meinem inneren Auge“, erzählt er.

Johannes Cernotas Discographie

1984: „Johannes Cernota plays Erik Satie“, Piano Solo

1986: „Oh! That Cello“, Music by Charlie Chaplin, Thomas Beckmann (Cello), Preis der Deutschen Schallplattenkritik

1988: „Sparta“, Werke von Erik Satie, Chick Corea und Cernota

1992: „Air Sculpture“, Klanginstallation

1995: „Näckens Reise“, Klanginstallation

1999: „EVA“, Klanginstallation

2001: Erik Satie „Sport und Vergnügen“, mit Constanze Brüning (Gesang, Sprache)

2019: „Passing Pictures“

Cernota, ein geprüfter Konzertpianist mit Bühnenreife, ist einem großen Publikum durch seine Vertonung von Erik-Satie-Kompositionen bekannt. Sein persönliches Lieblingsprogramm heißt „Bilder im Konzert“, das seine besondere Beziehung zu Saties Werken unterstreicht. Eine Seelenverwandtschaft, die nun schon 40 Jahre anhält.

Erfolg mit Erik Satie

Von seiner allersten Platte „Johannes Cernota plays Erik Satie, erschienen 1984, wurden etwa 700 000 Exemplare verkauft. Zahlen, von denen heute jeder Künstler nur noch träumen kann. „Passing Pictures“ wird ab Oktober als CD zu kaufen sein, außerdem zu hören bei allen einschlägigen Download- und Streamingkanälen – von Amazon Music, über Spotify bis Youtube.

Viele der Aufnahmen auf „Passing Pictures“ malen Bilder: mit Noten, nicht mit Farbe und Pinsel. Dass der Sandkruger Künstler aber auch dieses Metier beherrscht, zeigt das CD-Cover, welches er selbst gemalt hat. „Musik komponieren ist wie Malerei. Improvisation gehört für mich einfach dazu.“

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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