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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

„Schlaf haben wir nicht viel gebraucht“

26.05.2012

WILDESHAUSEN Seinen Spitznamen hat er schon weg. „Mein Kumpel Christian Schenk hat gesagt, ich sei ein ,Fünf-plus-Einer’“, erzählt Björn Köhler. „Fünfmal ausmarschiert, einmal König.“ – Wenn er etwas mache, dann richtig, beteuert die Majestät der Wildeshauser Schützengilde. Im vergangenen Jahr war er erstmals zum Schießen berechtigt; mit „ruhiger Hand“ holte er den Vogel von der Stange.

An den Königsschuss kann sich der 38-jährige gelernte Bäcker noch ganz genau erinnern: „Ich habe das Kreppband gesehen, dann Kimme und Korn und schon ist der Vogel gefallen.“ Die Glückwünsche von allen Seiten waren ihm sicher. Nur Ehefrau Inka Köhler hatte es schwer, im überfüllten Krandel zur neuen Majestät zu gelangen. „Ich habe gerade Fotos vom Gildeclub ,Klosterbrüder’ gemacht“, erzählt sie lächelnd, „wir haben uns dann später gesehen.“ Eigentlich sei auch gar nicht geplant gewesen, dass Björn Köhler um die Königswürde mit schießt. Weil sich aber ohnehin schon zwei „Klosterbrüder“ gemeldet hatten, entschlossen sich Köhler und Stefan Bothe kurzfristig, mitzumachen. Zwei von vier „Klosterbrüdern“ kamen ins Stechen. Das Ergebnis ist bekannt. Köhler ist bereits der sechste König aus dem „Anwärterförderkreis zur Königskompanie der Wildeshauser Schützengilde von 1403“ (AFK). Es wurde kräftig gefeiert. „Schlaf haben wir nicht viel gebraucht.“

„Amt voller Würde“

„Es war ein schönes Jahr mit vielen Eindrücken“, blickt der 38-Jährige zurück. „Der Königstitel der Gilde ist ein sehr würdevolles Amt“, zieht der gebürtige Bassumer einen Vergleich mit seiner einstigen Heimat. Als Junge war Björn in Bassum beim Kinderkönigsschießen dabei. Als Majestät der Gilde ist er plötzlich prominent: „Selbst beim Einkaufen bin ich angesprochen worden“, erzählt Köhler. War für ihn in den Vorjahren das Gildefest mehr oder weniger am Mittwoch zu Ende, standen für die Majestät diesmal Dutzende an Veranstaltungen an. Gemeinsam mit Schaffer Thomas Seyf­fart besuchte er allein rund 40 Geburtstage von Offizieren. Die Geschichten könnten Bücher füllen: „An seinem 97. Geburtstag setzte sich Generalmajor Hans Spille an den Flügel; Altbürgermeister Manfred Rollié sang. Wann darf man so etwas einmal erleben?“ Köhler spricht von einer „einzigartigen Gemeinschaft“, in der sich alle „auf Augenhöhe“ begegnen würden.

AFK-Schluck für Frauen

Auch Königin Inka Köhler fühlte sich gleich aufgenommen. Besonders freute sich die 37-Jährige, als der inzwischen verstorbene Unternehmer Hermann Schröder sie wiederkannte. Inkas Vater Heinz Geerken war jahrelang als Meister bei Landmaschinen-Schröder tätig. Für die Frauen der Könige ließ Inka Köhler eine Sonder-Edition des „AFK-Schlucks“ abfüllen.

Sein neues Gewehr hat die scheidende Majestät schon. Die Königskompanie trägt nämlich echte Waffen, die unschädlich gemacht wurden. Auch der kleine Papagoy mit Krone sitzt am Revers. „Das war das ganze Jahr über ein Thema“, lacht er. Denn eigentlich sei er erst offiziell Mitglied der Königskompanie, wenn er am Pfingstdienstag, Punkt 16 Uhr, seine letzten drei Schüsse an der Vogelstange abgebe. Zur Erinnerung hat er sich den kleinen Papagoy samt Krone auf sein silbernes Schild zur Königskette gravieren lassen.

 @ Alle Geschichten zur Gilde unter http://www.NWZonline.de/gildefest

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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