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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Schlangenfrau                   und Damenbüste aus Holz

05.11.2013

Groß Ippener Tief „Christian“ hatte dem Künstler Franz Robert Czieslik in den vergangenen Tagen einige Extra-Arbeitsstunden beschert, denn zum zweiten Tag des offenen Ateliers Am Baßmerhoop in Groß Ippener wollte der Gastgeber natürlich seine Skulpturen in der herbstlichen Gartenwelt von der schönsten Seite zeigen. Schließlich gelang es ihm trotz Verlust einer Statue, die anderen Blickfänge für die Ausstellung am vergangenen Sonntag wieder ansprechend aufzustellen.

Träume aus Holz

Der gebürtige Leipziger, den es über viele Umwege in den Landkreis Oldenburg verschlagen hat, freute sich über Kunstinteressierte, die den Weg trotz herbstlicher Wetterkapriolen zu seiner Ausstellung der besonderen Art fanden.

Dabei wurde allen Gästen schnell klar, dass Holz für Franz Robert Czieslik der Stoff ist, aus dem die Träume sind. Der Bildhauer und lange Zeit freie Künstler legte auch an diesem Ausstellungstag den Speitel nicht aus der Hand. In seiner offenen Werkstatt bearbeitete er gerade einen Stamm. Zu sehen waren die Anfänge eine Damenbüste. „Leider hat der Sturm auch eine Plastikscheibe zerstört. Dadurch kam auch hier einiges durcheinander“, erklärte der Wahl-Ippener.

Nach einer Lehre zum Tischler begann er 1979 seine ersten plastischen Arbeiten. Nach verschiedenen Assistenzen und Lehrtätigkeit verschlug es ihn nach Wismar, wo er seine eigene Werkstatt hatte, aber aufgrund verschiedener behördlicher Auflagen diese dort schließen musste. Nach diesem Rückschlag hat der sympathische Bildhauer nun im Baßmerhoop Fuß gefasst und ein neues Atelier quasi mitten in der Natur aufgebaut.

Wie sich das aussieht, davon konnten sich am Sonntag viele interessierte Zuschauer ein Bild machen. So wie von den „Baumturen“, abgeleitet von dem Wort Skulpturen. Ein Werk trägt den Namen „Schlangenfrau“. Entstanden aus einem Robinienstamm. Die stelenartigen Werke ziehen den Betrachter nicht nur durch die Form, sondern auch oftmals durch plakative Farbgebung gerade zu an. Das Thema Mensch zieht sich durch viele Arbeiten wie auch das Projekt Familie.

Auch ein Satiriker

Ganz nebenbei schlüpft Franz Robert Czieslik auch in die Rolle von Franz Zehnbier. Mit bissiger Satire nimmt Czieslik in bislang zahlreichen Wortbeiträgen das Tagesgeschehen auf die Schippe, so wie im Beitrag „Rundgang“, in dem mit der Politik und anderen aktuellen Themen aufge-räumt wird.

Wer am Sonntagnachmittag die Lesung und die Ausstellung verpasst hat, der hat am 1. Mai erneut die Gelegenheit, den Menschen Franz Robert Czieslik und sein Schaffenswerk vor Ort kennenzulernen.