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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Schlussakkord erklingt in Moll

24.06.2011

HUDE Eigentlich wollte das Diakonische Werk im Haus Marienhude im April 2011 ein Doppeljubiläum feiern: 50 Jahre Zivildienst in Deutschland und 25 Jahre Ausbildung von Zivis in der alten Bornemann-Villa in Hude. Die Aussetzung der Wehrpflicht und damit des Zivildienstes hat die Planung zunichte gemacht. Statt Feiern hieß es am Donnerstag: „Abschied nehmen von einer diakonischen Erfolgsgeschichte“, wie es Kuratoriumsvorsitzende Susanne Bock formulierte.

Dazu hatten sich die Vertreter der Diakonischen Werke in Niedersachsen und Bremen, der Kirche, der Gemeinde Hude und auch Absolventen des letzten Zivi-Lehrganges eingefunden. Susanne Bock begrüßte den Vorstand des Diakonischen Werkes Oldenburg, Thomas Feld, den stellvertretenden Direktor des Diakonischen Werkes Braunschweig, Matthias Kinne, den Fachbereichsleiter Zivildienst des Diakonisches Werkes Hannover, Bernd Heimberg, Andrea Vogelfänger vom Diakonischen Werk Bremen und den Geschäftsführer der ev.-ref. Kirche Deutschlands, Wolfgang Wagenfeld. Sie alle einte das Gefühl von Wehmut. Zur Stimmung passten die in Moll gehaltenen Klänge, mit denen Hildegard Kluttig (Geige) und Alexander Langenhangen (Gitarre) für musikalische Begleitung sorgten.

Für Susanne Bock war die Bildungsstätte im Haus Marienhude „etwas ganz Besonderes“: Jährlich haben fast 80 Prozent der in kirchlich-diakonischen Einrichtungen tätigen Zivildienstleistenden an Einführungslehrgängen in Hude teilgenommen – ein bundesweiter Spitzenwert. Insgesamt seien es in den vergangenen 25 Jahren mehr als 21 000 junge Männer gewesen, die hier die Grundlagen für ihren sozialen Dienst gelernt haben. „Darauf sind wir mächtig stolz“, betonte die Kuratoriumsvorsitzende.

Pastorin Jutta Wendland-Park, Vorsitzende des Vorstandes Rotenburger Werke der Inneren Mission, hob in ihrer Ansprache die Bedeutung des Zivildienstes hervor: „Ein tragender Pfeiler in der Gesellschaft bricht weg“, mahnte sie. Das Bild der Zivis habe in der Öffentlichkeit einen positiven Wandel erfahren: vom Drückeberger zur wichtigen Stütze im sozialen Bereich.

Die „schöne alte Villa“ in Hude sei bei den Zivildienstleistenden als Lehrgangsort sehr geschätzt gewesen, sagte Susanne Bock. Sie dankte Einrichtungsleiter Frank Eden, der Belegung und Finanzen sehr gut im Blick gehabt habe. Zudem habe er das Haus für kulturelle Aktivitäten geöffnet. Eden hatte die Bildungsstätte zwölf Jahre lang geleitet.

Was jetzt mit dem Gebäude passiert, ist offen. Eine Weiternutzung als Bildungsstätte für das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligen-Dienst rechne sich nicht, so Bock. Das Diakonische Werk Oldenburg wolle keine übereilten Entscheidungen treffen: „Warten wir ab, was kommt.“ So wird die attraktive Villa erst einmal als Beleghaus für Seminare weitergeführt.

Das Haus Marienhude wurde 1905 gebaut und gehörte früher der Unternehmerfamilie Bornemann – daher ist die Villa in Hude auch als „Haus Bornemann“ bekannt.

Am 1. Juli 1964 kaufte der Oldenburgische Landesverein für Innere Mission, das heutige Diakonische Werk Oldenburg, die Immobilie und richtete sie für die Altenerholung her.

Anfang der 1980er Jahre endete die Altenerholung mangels Bedarf. Die Entscheidung, das Haus Marienhude für die Einführung von Zivildienstleistenden zur Verfügung zu stellen, traf der Diakonie-Vorstand im Jahr 1984.

Zunächst gab es zwei Probelehrgänge, um zu testen, ob die „schöne alte Villa“ für junge Männer „geeignet“ war. Nach einigen Umbauten konnten 1985 bereits sieben Lehrgänge stattfinden.

Die offizielle Einweihung als „Bildungsstätte für den Zivildienst“ fand am 21. Mai 1986 statt. In den vergangenen Jahren wurden jährlich 40 Lehrgänge abgehalten.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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