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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Seine Kunst ist nicht immer leicht lesbar

25.11.2013

Hude „Nullbock“ - das ist der Titel einer kleinen Skulptur von Wolf E. Schultz. Gewidmet hat er das Kunstwerk der „Nullbock-Generation“. Ein aus Bronze geformter Block mit einem auf Null stehenden Manometer als Kopf. Treffender hätte der Huder Künstler diese Generation nicht darstellen können.

Dass Wolf E. Schultz nicht nur mit Kunst, sondern auch mit Worten umgehen kann, bewies er während der Eröffnung seiner neuen Ausstellung „Vorsicht Ironie“, die am Sonnabend dutzende Besucher in sein Atelier am Ladillenweg lockte. Mehrere hundert Werke hat der Huder Künstler schon erstellt, ungefähr dreißig davon waren für die Besucher der Vernissage zu betrachten. Schultz verließ er sich bei seiner Ansprache auf seine übliche Methode: „Ich mache es, wie bei meinen Kunstwerken, ich improvisiere“, erklärte er dem lauschenden Publikum. Sein Angebot während der Vernissage: „Wenn Ihnen ein besserer Titel für meine Werke einfällt, dann geben sie mir Bescheid“.

Selbstkritisch ist der Bildhauer schon immer gewesen, das zeigt auch sein „Selbstporträt“. Der aus Holz geschnitzte menschliche Körper hält sich den Zeigefinger an die Nase. „Bevor man Kritik an anderen übt, fasse ich mir an die eigene Nase“, erklärt Schultz das Bildnis seiner eigenen Person. Die Werke des Künstlers zeigen, wie Musik von Komponisten oder Literatur, seine Sicht auf die Dinge. Und im Fall von Wolf E. Schultz ist diese Sicht mal kritisch, mal wohlwollend, mal ganz außergewöhnlich: ein wurzelförmiges Nadelholz, das der Künstler bearbeitet und mit kleinen Holzrädern ausgestattet hat, nennt Schultz kurzerhand „Wurzelbeschleuniger“. Wortwitz beweist er mit einer kleinen Skulptur, die eine Mischung aus einem Frauenkörper und einem Löffel darstellt: „Frau Löffl, geb. Gabl“. Und zwei Festplatten, für die er einfach keine Verwendung mehr hatte, warf der Künstler spontan in den Ofen. Die unbearbeiteten Ergebnisse präsentiert er in seiner Dauerausstellung als „Erste Festplatte“ und „zweite Festplatte“. „Die sind bestimmt nicht mehr lesbar“, zwinkerte Schultz.

Die Ausstellung seiner zu einem für Wolf charakteristischen Gesamtbild zusammengestellten Werken aus Kritik und Lob, Hoffnung und Zweifel, ließ den Besucher ein bisschen teilhaben an der mittlerweile 40-jährigen Schaffenszeit des sympathischen Huder Künstlers. Dieser betont allerdings, dass die Ausstellung ausschließlich Werke für den innerhäuslichen Gebrauch vorhalte, habe die Vergangenheit doch gezeigt, dass sich die Natur schnell an dem behandelten Holz bemerkbar machte: „Mutter Erde holt sich irgendwann alles zurück.“ Wolf E. Schultz sei gewünscht, dass dieser Rat befolgt wird, damit noch viele Menschen die Botschaften seiner Werke erreichen können. Und für all diejenigen gilt auch in Zukunft zu beachten: „Vorsicht Ironie“.