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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Seine Stars sind Schlange und Krokodil

21.04.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-04-21T09:45:02Z 280 158

Zirkus In Wildeshausen:
Seine Stars sind Schlange und Krokodil

Wildeshausen Fluffy hat es gern warm. 30 Grad ist seine Wohlfühltemperatur, und gerade ist ein kalter Luftzug durch die Tür gekommen. Vielleicht kann er ja in den Kragen schlüpfen? Unter dem Pullover ist es bestimmt schön warm. Nun ist Fluffy kein Schoßhund, der Chihuahua bellt im Wohnwagen nebenan. Nein, Fluffy ist meterlang, hat Schuppen und eine lange, dünne Zunge – Fluffy ist eine Schlange, ein Tiger-Python, um genau zu sein.

Anton Kocka lässt Fluffy zurück in den Käfig schlängeln. „Die Arbeit mit den Reptilien liegt bei mir in der Familie. Ich mache das in der vierten Generation“, sagt Kocka, den die Zirkusbranche unter dem Namen Karah Khavak kennt. Den hat er von seinem Großvater übernommen, genau wie die Reptilien, die Arbeit im Zirkus.

Manege Frei

Der Classic Circus ist noch an diesem Wochenende zu Gast in Wildeshausen. Vorstellungen gibt es am Samstag, 22. April, um 16 und um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 23. April, um 11 und um 14 Uhr.

Die Kartenpreise variieren je nach Sitzplatz, es gibt außerdem einen Rabatt für Reservierungen per Mail (tickets@classic-circus.de).

Mehr Infos und Preise unter

Mehr Infos und reise unterwww.classic-circus.de

Kocka hat mit seinen Tieren schon die ganze Welt bereist, von Moskau bis Irland. Jetzt ist er zu Gast in Wildeshausen, seine „Dschungel Fantasie“ ist Teil des Classic-Circus-Programms. Der Zirkus hat sein Zelt im Industriegebiet an der Benzstraße aufgeschlagen (Vorführungen siehe Infokasten).

48 Tiere – Schlangen, Krokodile, Vogelspinnen, Skorpione, Echsen – wohnen in zwei speziell umgebauten Lastern, mit denen Kocka und seine Familie Tausende Kilometer pro Jahr zurücklegen. Seine Frau Jolanda Mavilla ist Teil der Karah Khavak Show, auch die Söhne Jonathan (16) und Michael (10) machen schon mit. Ihre Schule ist in Italien, wenn sie unterwegs, sind lernen sie online.

Kocka ist gelernter Elektriker, mit 19 steigt er ins Familiengeschäft ein. Sein Großvater, sein Vater, sein Onkel – sie alle machen Zirkus, der eine in Frankreich, der andere in Italien, der dritte in Deutschland.

Für Kocka ist die Tour mit dem Classic Circus die erste längere Zeit in Deutschland. Seine Show in Wildeshausen ist inspiriert von den Indiana Jones-Filmen, verschiedene Szenen der Kultstreifen finden sich in der Inszenierung wieder. „Alle Requisiten und Kostüme sind handgemacht“, erzählt Kocka.

Die Stars in der Manege sind natürlich die Tiere. Wobei die eigentlich gar nicht so viel machen: „Die Tiere müssen sich nur in der Manege bewegen“, sagt Kocka, das reiche schon für den berühmten Grusel-Effekt bei den Zuschauern. Für den 55-Jährigen und seine Familie sind die Tiere alles andere als gruselig: „Sie gehören einfach dazu.“ Die exotischen Tiere seien sehr sozial und ähnlich wie andere Tiere zu erziehen. „Sie suchen häufig die Nähe zum Menschen“, erzählt Kocka, als Fluffy sich schlängelnd seinem Gesicht nähert und die spitze Zunge über seine Wange flattern lässt.

Kockas Leidenschaft gehört den Tieren und dem Zirkus. Trotzdem: „Ich sehe keine Zukunft.“ Zu viele Konflikte mit Tierschützern. „Ich würde denen gerne mal zeigen, dass die Tiere es gut haben bei uns.“ Seit Jahrzehnten seien keine Wildtiere mehr für seine Shows gefangen worden sein, sie alle sind selbst gezüchtet oder von befreundeten Zirkusleuten.

„Wir werden wie Verbrecher verfolgt“, sagt der 55-Jährige. Schwarze Schafe gäbe es überall, die Kontrollen des Veterinäramts würden aber dafür sorgen, dass strenge Haltungsbedingungen eingehalten werden. „Reptilien haben ein ruhiges Gemüt, der Transport und die Auftritte stressen sie nicht“, ist Kocka überzeugt. Am Wochenende will er in der Manege wieder den Zukunftssorgen trotzen.


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