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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Kabarett: So sympathisch kann böse sein

04.05.2013

Ganderkesee Adaptionen des „Struwwelpeters“ gibt es zuhauf: Da wäre etwa die weibliche Variante, die „Struwwelliese“, die schwarzhumorige britische Bühnenversion „Shockheaded Peter“ oder gar die ebenfalls aus Großbritannien stammende, bereits während des Zweiten Weltkriegs veröffentlichte anti-deutsche Parodie namens „Struwwelhitler“. Politisch korrekt oder gar pädagogisch wertvoll ist wohl keine davon. Wer indes den bösesten Struwwelpeter aller Zeiten sucht, der muss nicht weit zurückblicken: Mit ihrem „Struwwelpeter reloaded“ hat Musik-Kabarettistin Sarah Hakenberg Anfang des Jahres eine Version des Kinderbuchs vorgelegt, die an schwarzem Humor schwer zu überbieten sein dürfte.

Rund 70 Zuschauer erlebten am Donnerstagabend in der Mensa des Ganderkeseer Schulzentrums den in die heutige Zeit transferierten Struwwelpeter der Münchnerin. Da wurde der Suppen-Kaspar zum drallen Kalle, der aufgrund seiner Leibesfülle in der Röhrenrutsche stecken bleibt, Daumenlutscher und Hans Guck-in-die-Luft verschmelzen zur neuzeitlichen Mandy-guck-aufs-Handy, deren iPhone-Arm zu lieblichen Klavierklängen der Schere zum Opfer fällt („Passend zur Handy-App hat Mandy jetzt ein Handicap“) und die Geschichte von den schwarzen Buben spielt sich bei Hakenberg beim „Kinderfest der NPD“ ab („Mit Gratisfraß macht auch Faschismus Spaß“).

Der Zappel-Philipp war in Wirklichkeit übrigens schwer krank, wusste Sarah Hakenberg zu berichten – um sogleich zur medizinischen Abhandlung über Symptomatik und Therapie auszuholen. „Ritalin macht Kinder froh und Erwachsene ebenso“, flötete die 34-Jährige ihren Zuhörern mit bezauberndem Lächeln zu. Auch würden sich durch das Mittel Sport oder gar eine Veränderung von Schulsystem und Leistungsdenken vermeiden lassen.

Für so manches, was Sarah Hakenberg da am Donnerstag von sich gab, hätte ein weniger sonnig dreinblickender männlicher Kollege vom Publikum wahrscheinlich Schelte bekommen. Aber die sympathische Künstlerin kam derart unverdächtig daher, dass sie so fies sein durfte, wie sie wollte. Statt nicht zu unterdrückender Gluckser erntete sie von ihren Zuhörern befreites Lachen. Etwa als sie mit „Hündchenlynchen in München“ die Hunde-Schickeria in der bayerischen Landeshauptstadt aufs Korn nahm.

Selbst ein kleiner Texthänger wurde bei Sarah Hakenberg zum charmanten Intermezzo. Kurzerhand erzählte die Musik-Kabarettistin den Inhalt der vergessenen Strophe nach und versprach ihrem Publikum, die fehlenden Zeilen bei Interesse per E-Mail nachzureichen.

Bei den Ganderkeseern kam der Humor der Münchnerin an. Erst nach zwei langen Zugaben ließen sie Sarah Hakenberg, die zum Schluss noch ihr Schlagertalent unter Beweis stellte, ziehen.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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