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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Asyl: Sprachförderung kommt gleich kistenweise ins Haus

03.05.2016

Ganderkesee Quatan Saleh ist diplomierter Bankkaufmann, Khalil Hussain ist Tischler – beide sprachen kein Wort Deutsch, als sie vor vier Monaten aus dem Irak beziehungsweise vor acht Monaten aus Syrien nach Ganderkesee gekommen sind. Aber beide wollten es so schnell wie möglich lernen. Inzwischen können beide bereits einfache Sätze formulieren – und sie geben sich große Mühe, dass es immer mehr werden.

Großer Lerneifer

Ihr Lerneifer zeichne viele der Flüchtlinge aus, die in den vergangenen Monaten gekommen sind, weiß Erich Kurzawski, Sprecher des Arbeitskreises Flüchtlinge. Das Lerntempo hingegen sei so individuell wie die Persönlichkeit der Menschen. Auch der Bildungshintergrund sei sehr verschieden. „Einige Flüchtlinge besuchen noch Alphabetisierungskurse, in anderen Fällen werden bereits Kontakte zu Universitäten geknüpft.“

Saleh und Hussain haben am Montagmorgen Futter für ihren Wissenshunger bekommen: Gleich eine ganze Kiste voller Lesestoff zum Spracherwerb sowie zur Geschichte, Geografie und Kultur Deutschlands haben sie am Montag von Sigrid Kautzsch, Leiterin der Ganderkeseer Gemeindebücherei, überreicht bekommen. Drei dieser „Willkommenspakete“, die jeweils auch Wörterbücher und Kinderliteratur enthalten, konnte die Bücherei dank Fördermitteln des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie und des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur weitergeben. Jeweils eine Bücherkiste steht in den Unterkünften im ehemaligen Pastorenhaus an der Lindenstraße und im Rettungszentrum, das dritte Buchpaket haben die Flüchtlingshelfer um Kurzawski für ihre Arbeit erhalten.

Die „Willkommenspakete“ sollen die Flüchtlinge beim Spracherwerb unterstützen und ihnen so das Ankommen erleichtern, und die Bibliotheken machen damit auf ihr Angebot aufmerksam, das sich speziell an Migranten richtet. Auch die Ganderkeseer Gemeindebücherei hält in einer Abteilung Bücher für diese Zielgruppe bereit. „Und es wird nach und nach aufgestockt“, sagt Sigrid Kautzsch, „abhängig davon, was gerade nachgefragt wird“.

Lernen im Alltag

Wie sich der Spracherwerb der Flüchtlinge entwickelt, hängt stark vom Kontakt zu Muttersprachlern ab. „Wir versuchen, den Sprachunterricht immer zu integrieren“, erklärt Kurzawski. Qatan Saleh beispielsweise arbeite in der Essensausgabe mit und lerne parallel zum Deutschkurs auch dort alltägliche Begriffe. Laut Rainer Heinken, bei der Gemeinde Leiter des Fachdienstes Soziale Hilfen, kann der Fokus der Flüchtlingshilfe inzwischen verstärkt auf die Integration gelegt werden, nachdem anfangs die Unterbringung der Ankömmlinge Priorität genossen habe.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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