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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Auf Schaffellen durch die frostige Nacht

21.01.2019

Steinkimmen Realitätsflüchtlinge sind sie nicht, die Teilnehmer des „Camping Anno Domini“, die am Wochenende wieder einmal ihr Heerlager im Camping- und Ferienpark Falkensteinsee aufgeschlagen haben. Organisator Robert Dunkelmann ist in wichtigen Fällen per Handy erreichbar, und auch die Sanitäranlagen des Platzes nutzen die Mittelalter-Camper gerne.

Es ist wohl eher eine Auszeit vom Alltag, die sie sich an mehreren Terminen im Jahr nehmen. Und ein Training unter möglichst realistischen Bedingungen. TSE oder auch „Taktik spielerisch erleben“ nennt sich das, zu dem sich ein Grüppchen von etwa 15 Mittelalter-Fans, überwiegend aus dem Oldenburger Land, für das Wochenende verabredet hatte. In Taktikspielen wird mit Rekonstruktionen historischer Waffen wie Schwerter, Äxte, Hellebarden oder verschiedene Speere gegeneinander gefochten. Dabei beziehen die Kämpfer stets das Terrain des Platzes mit ein. Jeder hilft jedem, die eigene Taktik zu verbessern.

Die Waffen sind stumpf, wenngleich nicht ungefährlich. „Wir sehen sie als Sportgeräte“, erklärt Robert Dunkelmann. Gekämpft werde nach dem Codex Belli – einem Regelwerk für mittelalterliche Kampfnachstellungen, bei dem die Trefferzonen am Körper genau definiert sind. Was als Treffer gewertet wird, entscheidet der Getroffene selbst.

Die Kämpfer entstammen verschiedenen Gruppen aus der Region, die sich „Heydenwall“, „Raben“ oder auch „Bremer Pfeffersäcke“ nennen. Einige von ihnen verfeinern ihre Kampfkunst an bis zu fünf Tagen in der Woche. Und das geht nur in der Gruppe „Es ist ein Mannschaftssport“, erklärt Petra Meier, die aus Ovelgönne angereist ist. „Alleine bist du weg.“ Aber nicht nur ums Kämpfen geht es ihr an TSE-Wochenenden wie diesem. „Es entschleunigt total“, sagt Petra Meier über das Campen wie im Mittelalter. Kalt sei ihr übrigens trotz Minustemperaturen nicht, sagt sie fröhlich und lüftet mehrere Schichten von Wollgewändern, unter denen nackte Waden in dicken Strümpfen und Holzschuhen zum Vorschein kommen.

Die Mittelalter-Enthusiasten versuchen, sich in puncto Kleidung und Unterkunft möglichst nah an der Historie zu bewegen. Gekocht wird über offenem Feuer, geschlafen auf dicken Schaffellen. „Für den Notfall haben wir trotzdem Feuerlöscher“, betont Petra Meier. Auch Jürgen Ritschel aus Rastede genießt das Campen wie im Mittelalter und das Erforschen, wie die Menschen damals gelebt haben könnten. „Aber wir sind trotzdem froh, dass wir heute leben“, sagt der Familienvater, der sich mit einer so genannten Gugel, einer Art Wollkapuze, gegen die Kälte gewappnet hat.

Während das Fechtwochenende nur im kleinen Kreis abgehalten wird, ist für den Sommer wieder ein „Camping Anno Domini“ im großen Stil geplant – so wie es bereits zweimal am Falkensteinsee stattgefunden hat: Am Wochenende 20. und 21. Juli wird der Campingplatz wieder zum mittelalterlichen Heerlager, wie Organisator Dunkelmann ankündigt. Alle Interessierten seien herzlich willkommen, sich das Lagerleben anzuschauen.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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