• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Ex-„Pur“-Schlagzeuger sucht neue Talente

30.10.2015

Hundsmühlen /Oldenburg Hauptsache mit Herzblut dabei – diesen Anspruch stellt Martin Stoeck an seine Schüler. 20 Jahre lang spielte „Stoecki“ in der erfolgreichen deutschen Pop-Band „PUR“ rund um den Frontmann Hartmut Engler. Jetzt unterrichtet er Schüler von neun bis 50 Jahren in seiner Schlagzeugschule an der Hundsmühler Diedrich-Dannemann-Straße.

„Ne, die sind nicht alle PUR-Fans“, lacht der zweifache Familienvater. Die Band sei etwas, für das man ihn wegen der großen Präsenz kenne – „aber ich hab ja auch viele andere Sachen gemacht“, erzählt er ruhig.

Produktionen in Übersee

Der mehrfach ausgezeichnete Schlagzeuger hat an mehr 600 Studioalben mitgewirkt; gerade hat er eine Musikproduktion in Los Angeles mit Musikern abgeschlossen, die schon für Michael Jackson, Phil Colins oder Elton John gespielt haben.

bis zum 6. Dezember für das Schlagzeug-Stipendium bewerben

Das Auswahlverfahren für ein kostenloses Stipendium im Jahr 2016 an der Schlagzeugschule-Stoeck hat begonnen. Noch bis Freitag, 6. Dezember, können sich junge Talente bewerben.

Das Stipendium richtet sich vor allem an die Menschen, die sich den Schlagzeug-Unterricht nicht ohne Weiteres leisten können. Die interessierten Bewerberinnen und Bewerber sollten eine Aufnahme von ihren Künsten einschicken. „Am liebsten wäre es mir, wenn persönlich vorspielen“, erklärt Martin Stoeck.

Ideal wäre es für den Musiker, ein 18- oder 19-jähriges Talent zu fördern. „Ich würde demjenigen den Vorzug geben, der das Schlagzeugspielen beruflich anstrebt“, so Stoeck.

Ein gutes, vertrauenswürdiges Verhältnis strebt Stoeck an: „Nur auf dieser Basis wird sich jemand öffnen können“, bilanziert er  

Näheres zur Bewerbung unter

Näheres zur Bewerbung unterwww.schlagzeugschule-stoeck.de/casting

Nun hat sich der 50-jährige bewusst Hundsmühlen ausgesucht, „um zwischen Hamburg und Osnabrück etwas zu erleben“, aber auch um anzukommen und Wurzeln zu schlagen.

Mit dem Audi fährt Stoecki zum Supermarkt und erlebt zum Beispiel nette Begegnungen in der Wardenburger Reinigung: „Ich genieße die Originalität hier. Ein netter, herzlicher Austausch wie ich ihn noch aus Kindheitstagen kenne“, beschreibt er seine Eindrücke. Überhaupt genieße er auch die dörfliche Struktur – „nicht dass ich erkannt werde, sondern, dass man sich kennt“.

Seine 17-jährige Tochter Klara hat ihn hier schon besucht; Sohn Tilman (22 Jahre) studiert Wirtschaftspsychologie und ist „ein wertvolles Korrektiv“ in Stoecks Leben.

Der Kölner hat sich buchstäblich hier im Norden eingerichtet, wo ihm die Geradlinigkeit der Menschen gefällt.

Wie eine exquisite Wellness-Oase mutet die gemütliche Einrichtung seines Schlagzeug-Instituts im schicken Holzbau an. „Tatsächlich“, muss er schmunzeln, „warten die Mütter, die ihre Kinder vorbeibringen, auch gerne hier.“

Die im Industrie-Stil gehaltenen Backsteinwände mit Ledersofa werden von bodentiefen Fenstern, gedimmtem Licht und flauschigen Teppichen auf Holzdielen angenehm konterkariert. In den hölzernen Regalen stehen Bücher und Magazine; die Wände sind nicht überfrachtet mit Trophäen.

Mit sonorer Stimme schildert er, dass er als motivierter Coach den Jugendlichen keinen Stempel aufdrücken, sondern ihnen dabei helfen möchte, eine Identität als Musiker zu finden.

Von Jugendlichen lernen

Seine braunen Augen weiten sich, wenn er von seiner Arbeit spricht: „Man kann von jungen Menschen ganz viel lernen – und wenn es die Leichtigkeit und die Freude am Leben ist“, resümiert
Stoeck. Er selbst hat das Schlagzeugspielen bei Joe Porcaro in Los Angeles gelernt – dem Vater des Toto-Drummers Jeff Porcaro. „Ich habe in meinem Leben großes Glück gehabt“, ist sich „Stoecki“ bewusst.

Besonders der Film „Club der toten Dichter“ mit Robin Williams habe ihn inspiriert. Im nächsten Jahr möchte er den „Drummer’s Club“ gründen damit sich alle seiner Schüler in einem geschützten Rahmen austauschen können.Ein Fernziel könne es sein, sich in Los Angeles Studios anzusehen, in denen der Profi gearbeitet hat, oder auf einer Musikmesse zu erfahren, wie Leute in Übersee arbeiten.

Wichtig ist dem Künstler, der eine therapeutische Ausbildung besitzt, der ganzheitliche Ansatz: „Ich will Menschen nicht belehren oder triezen, sondern anleiten.“

Ziel sei es, eine Schule mit festem Stamm aufzubauen. 2016 plant er, in Kooperation mit der Stage Academy zusätzlich Räumlichkeiten in der Stadt anzumieten.

Konzertreihe geplant

Doch damit nicht genug: Ab dem nächsten Jahr will der Vollblutmusiker ein Bandprojekt starten: „Mir schwebt vor, einmal im Monat mit Künstlern in einer festen Location zu spielen für eine überschaubare Zahl von Leuten, die Lust haben auf tanzbare Musik in Oldenburg, die gut performt wird.“

Dem Schlagzeuger geht es auch darum, Menschen zu treffen; im Publikum in vertraute Augenpaare zu blicken und „Teil von etwas sein dürfen, was Community – also Gemeinschaft – bildet. Ich möchte ein offenes Haus anbieten, mich aber nicht aufdrängen.“

Nach 20 Jahren mit intensiven Tourneezeiten mit den Bandkollegen, hält Martin Stoeck noch immer Kontakt zu ihnen.

Video

Weitere Nachrichten:

Schlagzeugschule | Audi | Musikmesse Hundsmühlen