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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Ein Gotteshaus mit Seltenheitswert

27.11.2019

Südmoslesfehn Es ist weiß Gott kein prunkvolles Gebäude; von außen und innen eher schlicht, seine Lage hinter hohen Bäumen zwischen Küstenkanal und Diedrich-Dannemann-Straße unauffällig, da es von viel Grün verdeckt ist. Dennoch ist die kleine katholische Kirche St. Marien in Südmoslesfehn etwas Besonderes: Das hat das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege bestätigt und sie zum Baudenkmal erklärt.

Es ist nicht die architektonische Leistung oder das Alter, mit dem der einfache Ziegelmauerbau überzeugt, sondern die geschichtliche und wissenschaftliche Bedeutung dieser 81 Jahre alten Marienkapelle. Entstanden gegen den heftigen Widerstand der kirchenfeindlichen Nationalsozialisten und von den Moorarbeitern des Dorfes Moslesfehn eigenhändig in den Jahren 1937/38 erbaut.

Einschiffige Saalkirche

„Die Kapelle/Kirche St. Marien in Südmoslesfehn stellt aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte ein seltenes bauliches sakrales Zeugnis aus der Zeit des Nationalsozialismus dar, das sich mit wenigen Veränderungen bis in die heutige Zeit erhalten hat“, begründet die Landesdenkmal-Behörde das öffentliche Interesse am Erhalt dieser Kirche. Außerdem sei die einschiffige Saalkirche einer der wenigen Sakralbauten, die während der NS-Zeit im Oldenburger Land errichtet wurden. „Sie besitzt daher Seltenheitswert.“

„Wir sind froh, dass nun ein Teil der Geschichte Moslesfehns erhalten bleibt“, freut sich Gottfried Holters, 2. Vorsitzender des Ortsvereins Südmoslesfehn. Der Ortsverein war es auch, der den Antrag auf Unterschutzstellung beim Landesamt für Denkmalpflege gestellt hatte.

Auch von innen schlicht, aber mit einem gewissen Charme: die Kirche in Südmoslesfehn. BILD: Marén Bettmann

Auch russisch-Orthodoxe nutzen kirche

Einmal im Monat (jeden zweiten Sonntag) feiert der Familienkreis in der katholischen Kirche St. Marien an der Diedrich-Dannemann-Straße 234 ab 9.30 Uhr Wortgottesdienste, die abwechselnd von Leo Meistermann und Georg Emken gestaltet werden. Ein Pfarrer aus der St.-Willehad-Gemeinde hält die Gottesdienste an Weihnachten, Ostern und Pfingsten.

Jedes dritte Wochenende im Monat (freitags und samstags) nutzt die russisch-orthodoxe Gemeinde Oldenburg die Kirche.

„Da vor Jahren bereits die katholische Schule nebenan verkauft wurde und darauf Wohnhäuser entstanden, hatten wir Angst, dass die St.-Marien-Kirche eines Tages auch verkauft und vielleicht abgerissen wird“, sagt Leo Meistermann, Mitglied des Familienkreises, der sich seit elf Jahren um die Gottesdienste und die Pflege des Kirchengebäude kümmert. Seit dem Jahr 1963 gehört die mit 80 Sitzplätzen ausgestattete Kapelle zur St.-Willehad-Gemeinde in Eversten. Seit die 200 Katholiken in Südmoslesfehn, denen übrigens 800 Protestanten gegenüber stehen, keinen eigenen Pfarrer mehr haben, gestaltet der Familienkreis das Gemeindeleben rund um die urige Kirche mit Charme.

Möglich gemacht hatte den Kirchenbau Ende der 1930er Jahre Kirchenmitglied Anna von Stevendal, die ein Grundstück zur Verfügung stellte und obendrein noch 8000 Reichsmark für den Kirchenbau spendete. Zwischen der Spenderin und dem damaligen Dechanten wurde eine geheime Abmachung geschlossen, um die Kirche gegen den Widerstand der Nazis zu realisieren. Mit weiterer Hilfe eines Kapellenvereins wurden Spenden aus der katholischen und evangelischen Bevölkerung zusammengetragen, um das Gotteshaus mit Küsterwohnung zu finanzieren. Eingeweiht wurde der Bau am 10. Juni 1938. Nach dem Kriege kam an der Westseite noch ein freistehender Glockenträger dazu.

Ort mit Leben füllen

Der Ortsverein und der Familienkreis haben sich vorgenommen, das einmalige Bauwerk noch mehr mit Leben zu füllen, wie zum Beispiel mit kulturellen Veranstaltungen. Auch Gruppen, die keinem kommerziellen Zweck dienen, können die Räumlichkeiten nach Absprache mit der Kirchengemeinde nutzen.

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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