• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
25.02.2017

Wenn Sandra Brüning vom Tanzen spricht, dann glänzen ihre Augen: „Tanzen ist Nahrung für die Seele“, sagt die 41-Jährige. Sie ist glücklich, denn sie hat das geschafft, was nicht allen vergönnt ist: Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Seit mittlerweile 18 Jahren hat sie mit „Art of Dance“ ihr eigenes Tanz-und Yoga-Studio.

Schon als Kind war Sandra Wollenberg, so ihr Mädchenname, immer in Bewegung. Schwimmen, Tennis oder Voltigieren beim Reiterverein Grüppenbühren – und bei allem machte sie immer eine sehr gute Figur. Als sie 1987 die tanzende Anna in der gleichnamigen Fernsehserie sah, war es um Sandra geschehen. Sie überredete ihre Eltern, dass sie gerne Ballettunterricht nehmen wollte. Sandra war in ihrem Element und mit großer Begeisterung dabei, bis sich nach zwei Jahren gesundheitliche Probleme einstellten. „Sie dürfen kein Ballett mehr tanzen“, so ein Orthopäde. Für Sandra brach eine Welt zusammen. „Aufgeben kam für mich überhaupt nicht in Frage und daher habe ich wohl fast jeden Orthopäden in unserer Gegend aufgesucht.“

Ihre Hartnäckigkeit sollte sich lohnen, denn von einem Orthopäden bekam sie die ersehnte Hilfe. Nun stand auch ihrer beruflichen Zukunft nichts mehr im Wege, denn Sandra wollte das Tanzen zu ihrem Beruf machen. Nach ihrem Realschulabschluss besuchte sie zunächst die höhere Handelsschule und machte am Wirtschaftsgymnasium in Delmenhorst ihr Abitur. Im Sommer 1995 hieß es Abschied nehmen von ihrem Heimatort Elmeloh, denn den ersten Teil ihrer beruflichen Ausbildung machte Sandra am Kieler Institut für Gymnastik und Tanz. „Obwohl es mir in Kiel sehr gut gefiel, habe ich gemerkt, dass ich doch sehr heimatverbunden bin und meine Heimat vermisse.“ Aber nicht nur ihre Heimat sollte sie bald vermissen: Bei einem Wochenendbesuch zu Hause besuchte Sandra mit einer Freundin eine Disko in Delmenhorst. An der Theke sah sie einen jungen Mann, der ihr gefiel: „Ich habe ihn gesehen und war gleich hin und weg“, schwärmt Sandra noch heute. Zusammen mit ihrer Freundin zerrte sie den jungen Mann auf die Tanzfläche. Das war der Beginn einer langen Beziehung. Sandra und der „junge Mann“ mit Namen Kai Brüning sind mittlerweile seit fast 17 Jahren verheiratet.

Obwohl sich Kai als notorischer Nichttänzer bezeichnet, unterstützt er die beruflichen Ambitionen seiner Sandra tatkräftig. Mit großem Ehrgeiz und Engagement machte Sandra in Kiel nicht „nur“ ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Gymnastik- und Tanzpädagogin, sondern besuchte in den Ferien weitere Lehrgänge, wie zum Beispiel in Washington den „Jazz Dance World Congress“ oder eine Weiterbildung für zeitgenössische Tanzformen an der „Iwanson Schule“ in München. Gleich nach ihrer Aus- und den diversen Fortbildungen machte sie sich 1999 mit ihrem Tanzstudio „Art of Dance“ selbstständig.

Zunächst begann sie als mobile Tanzschule. Sie gab Kurse unter anderem in Damme, Vechta, Jever, Harpstedt oder Wildeshausen. „Diese Zeit war nicht einfach. Da habe ich schon so einige Male an berufliche Alternativen gedacht“, erinnert sich Sandra. Aufgeben kam für sie aber nicht in Frage und ihre Ausdauer sollte sich lohnen. Ihre Kurse erfreuten sich immer größerer Beliebtheit und zudem ergab sich die Gelegenheit, dass sie sich in Wildeshausen und Delmenhorst für einige Stunden am Tag in einem Fitnessstudio einmieten konnte. Den 7. Januar 2010 wird sie nie vergessen, denn an diesem Tag wurde aus dem mobilen Tanzstudio ein Tanzstudio mit einem fes­ten Standort. An der Cramerstraße in Delmenhorst war bis 1998 das Autohaus ihrer Schwiegereltern untergebracht, das heute seinen Sitz an der Nordenhamer Straße hat und unter anderem auch von Ehemann Kai geführt wird.

Sandra Brüning und ihr Team unterrichten zurzeit über 200 Schüler im Ballett, Stepptanz, Jazz- und Modern Dance sowie Yoga. Die jüngste Schülerin ist vier Jahre jung und die Älteste über 80 Jahre. Neben dem klassischen Unterricht studiert Sandra mit ihren Schülern alle zwei Jahre ein Tanztheater ein, das dann im „Kleinen Haus“ in Delmenhorst aufgeführt wird. Am 6. Mai 2017 hebt sich dann der Vorhang für „Cirque du Danse“.

Am heutigen Samstag tauscht Sandra Brüning den Tanzboden mit den Straßen von Ganderkesee, denn „Fasching um den Ring“ ist angesagt. Man mag es kaum glauben, aber Sandra war im Jahr 2005 zum allerersten Mal als Zuschauerin dabei. „Obwohl wir in Elmeloh gewohnt haben, hat Fasching meine Eltern nicht interessiert.“ Sandra war gleich vom Faschingstreiben fasziniert, allerdings wollte sie nicht einfach nur zuschauen. Auf einem Silvesterball in Grüppenbühren entstand Ende 2005 die Idee für eine neue Gruppe für den Faschingsumzug. Und das war nicht irgendeine Gruppe: „Die Spätzünder“ konnten in der Kategorie „Fußgruppe mit Mottowagen“ in den letzten drei Jahren jeweils den ersten Preis gewinnen. Die Tanzeinlagen stammen – wen wundert’s – von Sandra Brüning. Dazu passt auch wieder ihr Leitspruch: „Tanzen und in diesem Fall auch fröhlich sein, das ist Nahrung für die Seele.“

Sandra Brüning,Inhaberin eines Tanzstudios und Mitglied der Faschingsgruppe „Die Spätzünder“

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.