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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Ausstellung: Botschaften „hinter der Ecke“

21.08.2018

Tetenbüll /Wildeshausen Wenn Hartmut Berlinicke „schon mal den Untergang erprobte“ und dazu auf einem seiner Bilder nur noch Schiffsmasten aus dem Wasser ragen ließ, dann verrät das viel über die Persönlichkeit dieses Künstlers, über seinen wachen Geist und seinen hintersinnigen, oft skurrilen Humor. Dem Wildeshauser Künstler und Religionspädagogen, der am 4. März dieses Jahres überraschend starb, ist aktuell die Ausstellung „Windige Geschichten“ im Haus Peters in Tetenbüll gewidmet.

Es war sein Wunsch, hier seine Werke zu zeigen: Ihm gefiel das Ambiente des historischen Kaufmannsladens und kleinen Museums auf Eiderstedt. Der alte Hühnerstall im Bauerngarten hinter dem Haus hatte Berlinicke spontan zu einer seiner letzten Radierungen inspiriert: „Nordfriesische Museumsskulptur gegen die Massentierhaltung“. Kritisches Statement eines Künstlers, der mit seinen Arbeiten zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln einlädt und kleine Zeichen setzt. Sensibel, tiefsinnig und hintergründig, manchmal aufmüpfig und provokativ, oft verschmitzt und ironisch, griff der Künstler Themen auf, die ihm am Herzen lagen: Tod und Religion, Holocaust und Judentum, aber auch Landschaft, Natur und Architektur. „Hinter Hartmut Berlinickes Humor steckt unglaublich viel Wissen“, sagte sein Freund und Künstler-Kollege Otto Beckmann zur Ausstellungseröffnung in einer sehr persönlichen Einführung in das Werk des Wildeshausers. In jedem seiner Bilder finde man versteckte Botschaften und „Um-die-Ecke-Gedachtes“.

Wie komplex das Werk dieses Meisters der Radierkunst ist, der – wie Beckmann feststellte – an „allen Spielarten der Grafik“ interessiert war und neben seinem Atelier in Wildeshausen auch eine Galerie einrichtete, vermittelt nachdrücklich die Auswahl der Arbeiten, die im Haus Peters zu sehen sind. Da schlängelt sich unter dem Titel „Je länger, je lieber“ eine Geißblatt-Ranke, die aus einem Tintenfass wächst, über einen eng beschriebenen Brief. Da schaufelt ein Wasserrad mit Hilfe von Büchern „erschöpfendes Wissen“. Da verspritzt ein Trecker bildfüllend Gülle: „So ein Mist“. Oder positionieren sich Schafe in Reih und Glied „unter einem großen Himmel“. Die Titel geben Hinweise, lenken den Blick, aber man muss schon genau hinschauen, um auch die kleinen, verborgenen Botschaften zu entdecken, die vielen, raffiniert versteckten Anspielungen, Zitate und ironischen Anmerkungen.

Hartmut Berlinicke hat ein großes Werk hinterlassen. „Wir haben noch gar nicht richtig realisiert, dass es keine weiteren Bilder geben wird“, meinte die Tochter des Künstlers, Bettina-Maria Berlinicke, die gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Wilfried Richter zur Eröffnung der Retrospektive nach Tetenbüll gekommen war. Erst nach dem Tod des Vaters sei ihr klar geworden, „wie intensiv seine Kunst mit unserem Leben verbunden war“. Die Familie will das Vermächtnis des Künstlers pflegen und in Werkschauen an ihn erinnern: So ist am 9. November eine große Jubiläumsausstellung an der Stätte seines Wirkens, in der Galerie Wildeshausen, geplant.

Parallel zu Berlinickes Bildern zeigt der Brunsbütteler Künstler Torsten Richter im Haus Peters fotografische Arbeiten unter dem Titel „Neuland/Hinterland“.

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