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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

TRADITION III: „Teufelsgeige“ erklingt bei den Nachbarn

03.01.2005

AUSTEN AUSTEN/MOS - Mit Gesang und den Klängen der „Teufelsgeige“ begrüßten die Neujahrssinger aus Austen ihre erste Anlaufstation, das Haus von Ilona und Kai Pfänder. Schon in den 50ern pflegte man diesen Brauch, am Neujahrstag loszuziehen und die Nachbarn mit einem Lied zu begrüßen, erinnerten sich die Älteren der 16 „Chorknaben“.

In Austen wurde der seit dem Mittelalter bekannte Brauch in den 70er Jahren wiederbelebt und wird bis heute mit Freude fortgeführt. So wie in der kleinen Bauerschaft im südlichsten Zipfel des Landkreises Oldenburg erfreut sich das Neujahrssingen auch im benachbarten Colnrade größter Beliebtheit. Dort müssen allerdings schon drei Gruppen losziehen, um dem gesamten Dorf frohe Wünsche zu überbringen.

Das Neujahrslied der Austener lässt erahnen, dass der Brauch aus früheren Zeiten stammt. Auch heute noch gelten die Strophen „Heil zum neuen Jahr“, „Heil dem Hausherrn“ und „Heil der Nachbarschaft“ als Wünsche, die in Erfüllung gehen sollen. Zur musikalischen Unterstützung wird die Teufelsgeige geschwungen, die zwei kleine Bierfässer und mehrere Krawatten zieren. Während die Bierfässer lediglich ordentlich klappern sollen, haben die Krawatten eine bestimmte Bedeutung: „Immer, wenn ein neuer Sänger dazukommt, muss er eine Krawatte abgeben“, erklärte Teufelsgeigen-Spieler Burkhard Otto.

Traditionell machen die Austener gleich am ersten Haus Halt, um sich mit Kaffee und Kuchen für den Rest des Weges zu stärken. In diesem Jahr waren Ilona und Kai Pfänder an der Reihe, die Sänger zu bewirten. In der festlich gedeckten Stube wärmten sich die Nachbarn auf, bevor sie sich zu den restlichen 14 Häusern begaben. Für die nette Begrüßung am Neujahrstag gab es auch hier jeweils eine kleine alkoholische Stärkung, die für gute Laune und ein warmes Gefühl im Bauch sorgte.

Das Ehepaar Hense als letzte Station sorgte gegen Abend wieder für eine nicht-alkoholische Bewirtung mit Schnittchen und Suppe. „Da in diesem Jahr der Neujahrstag auf einen Samstag fällt, gehen wir Frauen die letzten vier Häuser ebenfalls mit“, erklärte Gastgeberin Ilona Pfänder. Üblicherweise bleibt das Neujahrssingen nämlich allein den Männern überlassen.

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