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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Theater gibt’s nur auf der Bühne

28.12.2016

Wildeshausen Da hat der Schauspieler doch tatsächlich den Wäschestab mit der Mistgabel verwechselt. Oder war es doch nur improvisiert? Schließlich gehört auch das zum Theater dazu.

Eigentlich sollte Dirk Depken, Schauspieler bei der Speelkoppel Düngstrup, in seiner Rolle als Knecht Wanne, Wäsche und Stab auf die Bühne tragen – um ganz altmodisch mit der Hand die Kleidung zu waschen. Aber im Eifer des Gefechts hat er den Stab nicht gefunden. „Da habe ich dann einfach eine Mistgabel genommen“, erzählt Depken. Das Publikum merkte diese kleine Panne nicht – und amüsierte sich köstlich. „Von da an habe ich in dem Stück immer die Mistgabel genommen.“

Mehr als 30 Jahre dabei

Solche Momente sind für Dirk Depken und seine Frau Ina nichts Ungewöhnliches. Die beiden sind schon seit Jahren bei der Speelkoppel Düngstrup als Darsteller aktiv: sie seit 1985, er seit 1992. Und in dieser Zeit haben sie schon so einiges auf der Bühne erlebt. Mit Sohn Marc ist die Wildeshauser Familie auf der Bühne komplett. War er zuvor noch für die Technik zuständig, steht der 20-Jährige jetzt selbst für das aktuelle Stück „Gode Landluft gift dorto“ auf der Bühne.

Lampenfieber? Bei dem Thema reagiert Marc Depken überaus gelassen. Am Anfang sei er schon etwas aufgeregt gewesen. „Ansonsten ist es nicht anders als hinter der Bühne.“ Außerdem habe er ja schon als Kind mitbekommen, wie seine Eltern für ein Theaterstück geübt hätten. Die Bühne zu betreten war also kein Neuland für ihn. „Marc konnte schon immer gut auswendig lernen“, sagt Mutter Ina.

Ganz so gelassen wie ihr Sohn war sie allerdings zu Beginn nicht. Ina Depken wuchs in Düngstrup auf, kannte die Speelkoppel also schon. Dann wurde sie im Alter von 15 Jahren angesprochen. Dass sie ja nun alt genug sei, um mal mitzuspielen. „Das Stück, in dem ich das erste Mal mitgespielt habe, hieß ,Peper und Salt’.“ Worum es in dem Stück genau ging, weiß sie nicht mehr. Sie weiß nur noch, dass sie großes Lampenfieber hatte. „Viele Jahre war mir morgens vor der Premiere schon schlecht“, gibt sie zu.

„Das spielen wir nicht“

Texthänger? Kämen schon einmal vor, sagen die Depkens. Und wenn das Publikum das auch noch merkt, klatscht es zur Unterstützung. Überhaupt: Heute, nach jahrelanger Bühnenerfahrung, stellen Dirk und Ina Depken fest: Es gab bisher kein Stück, das das Publikum nicht mochte. Theorie und Praxis driften zudem manchmal auseinander.

Bevor das Stück nämlich auf die Bühne gebracht wird, setzen sich die Schauspieler zusammen und lesen jeweils in ihren Rollen das Skript durch. „Einmal hatten wir ein Stück, das wir nicht lustig fanden. Da haben wir gesagt: ,Das spielen wir nicht’“, erinnert sich Dirk Depken. Je öfter die Speelkoppel-Truppe das Skript las, desto mehr freundete sie sich mit der Geschichte an. Mit dem Ergebnis: Das Stück wurde aufgeführt und das Publikum kam aus dem Lachen nicht mehr heraus.

Wenn man aber für sich alleine übe, komme diese Komik gar nicht rüber, sagt Ina Depken. „Dann fragt man sich schon: Ist das überhaupt lustig?“ Erst durch Kulisse, Kostüm und Zusammenspiel mit den anderen Darstellern werde das Stück unterhaltsam.

Unterhaltsam sind auch die Rollen, die die Depkens verkörpern. Und manchmal auch eine Herausforderung. Dirk Depken beispielsweise spielte bisher oft einen Knecht. Im aktuellen Stück verkörpert er einen protzigen Millionär. Eine Rolle, die rein charakterlich so gar nicht zu seiner Person passte. Als er dann im passend-protzigen Kostüm auf der Bühne stand, platzte der Knoten.

Cognac statt Saft

Sich Streiche auf der Bühne zu spielen, gehört bei der Speelkoppel auch dazu – natürlich alles so, dass das Publikum nichts davon merkt. Da hatte eine Schauspielerin schon einmal echten statt falschen Cognac (Saft) in der Flasche und die andere bekam schwere Steine in die Koffer, die sie im Stück auf die Bühne schleppen musste.

Das aktuelle Skript liegt erstmal in der Ecke: Erst im Januar stehen die Depkens wieder auf der Bühne. Theater gibt es in dieser Familie eben hauptsächlich auf der Bühne.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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