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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Torheiten der Liebe keck dargebracht

11.11.2013

Ganderkesee „Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Marthe Perl krankheitsbedingt ausfällt.“ – Da waren’s am Sonnabend nur noch fünf Musiker beim 56. Rathauskonzert. Die allerdings sollten das vorgesehene Programm so routiniert improvisieren, dass man als Zuhörer eine zweite Viola da Gamba nicht vermisste. Julie Comparini (Alt) als Solistin und das „Ensemble La Ninfea“ mit Barbara Heindlmeier (Flöten), Christian Heim (Blockflöte/Viola da Gamba), Simon Linné (Laute) und Alina Rotaru (Cembalo) widmeten sich ausschließlich italienischer hochbarocker Musik um 1700. Da sind schon die Namen melodisches Programm: Gasparini, Bononcini, Scarlatti, Vivaldi: Ihre Kompositionen unter dem Titel „Il Dio d’Amore“ verhießen einen stimmungsvollen Abend mit allen Facetten der Liebe.

Wie sinnvoll, dass Julie Comparini charismatisch die italienischen Texte auf deutsch deklamierte! Da kam neben ihrem volltönenden warmen Alt ganz vorzüglich ihre schauspielerische Ausbildung zum Tragen. Aber auch die zierliche Barbara Heindlmeier vermochte mit Charme und Liebreiz Einblick in die damalige Zeit zu vermitteln.

So wechselten sich leidenschaftliche Arien, begleitet von Laute, Cembalo und Viola da Gamba mit Kompositionen ohne Singstimme ab. Christian Heim entließ die animierten Zuhörer mit einem Follia-Arrangement verschiedener italienischer Komponisten in die Pause. Frech spielten die Musiker diese entzückenden Torheiten auf.

Danach sollte es etwas seriöser werden, aber das schaffte allein die Sonate e-moll von Vivaldi für Viola da Gamba und Basso continuo. Die beiden Larghi bestachen durch entrückte Ruhe, die Allegri kamen musikantisch frisch daher.

Barbara Heindlmeier wechselte ihre vier Flöten („Ich liebe sie alle“) so behende wie ein Jongleur seine Bälle und begeisterte nicht nur im Duett mit Christian Heim, wenn dieser von seiner tragenden Rolle an der Gambe auf Flöte umstieg. Simon Linné (Laute) und Alina Rotaru (Cembalo) trugen als verlässliche Mitte höchst musikalisch zum homogenen Zusammenspiel bei.

Die kecke Zugabe aus dem Follia-Buffet rundete den sehr gelungenen Abend ab.

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