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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Traum nach langen Wegen verwirklicht

24.01.2015

Ganderkesee Herzlich und lachend begrüßen Aras Moloud Ali und Blerina Kraeft die Gäste in ihrer Crêperie in Ganderkesee. „Ein kleiner Gastronomiebetrieb war immer unser Traum“, sagt Kraeft. Doch es war ein langer Weg, bis sie und ihr Mann sich diesen verwirklichen konnten.

Aufgewachsen im Nordirak kam Ali im Jahr 2002 nach Deutschland – „wegen des Kriegs und der Arbeit“, erklärt der Kurde, der in Bremen lebt. Seine Familie, Verwandten und Freunde leben bis heute im Irak: „Ich vermisse sie sehr, wir telefonieren fast jeden Tag. Auch die Natur fehlt mir.“

Und noch etwas verbindet Ali stets mit seiner Heimat: seine Leidenschaft, die Musik. „Wir sind eine musikalische Familie.“ Die deutsche Sprache habe er durch Liedtexte, beispielsweise von Xavier Naidoo oder Dieter Bohlen, gelernt. Sieben Sprachen spricht er insgesamt: „Kurdisch – auch mit Dialekt –, Griechisch, Persisch, Arabisch, Englisch und Deutsch.“

Bis heute tourt Ali mit seinen Bands durch Deutschland: „Die Musik ist der Grund für mein Leben“, sagt er. „Ich habe immer Musik gemacht und nebenbei gearbeitet.“

Gerne und viel war Ali in der Gastronomie tätig, gewann dadurch an Erfahrung. „Jetzt habe ich einen kleinen Laden, und nebenbei kann ich weiter Musik machen“, freut sich der Crêperie-Chef. Schnell bedient er einen Kunden, hält dabei ein Pläuschchen. „Deutschland war von Anfang an wie ein Paradies für mich: Ich habe hier null Probleme“, sagt er und fügt hinzu: „Ich habe immer gelacht und war freundlich.“

Auch seine Frau lebte nicht immer in Deutschland: „Ich bin in Albanien aufgewachsen und mit 27 Jahren nach Bremen gekommen“, erzählt Kraeft, die ihre Familie jeden Sommer sieht.

Damals erlebte sie „in jeder Hinsicht einen Kulturschock“. Vier Jahre lang hatte die diplomierte Mathematik- und Physiklehrerin an einem Gymnasium unterrichtet. Plötzlich stand sie vor dem Nichts: „Das Diplom wurde in Deutschland nicht anerkannt. So begann der lange Weg der Integration.“ Nachdem Kraeft ein Jahr an der VHS in Bremen Deutsch gelernt hatte, absolvierte sie eine zweijährige Umschulung zur Augenoptikerin. Doch: „Damals war Vollzeitarbeiten wegen meiner dreijährigen Tochter nicht möglich“, erzählt sie.

So bewarb sie sich auf eine Projekthelfer-Stelle im „Kulturladen Huchting“, fünf Jahre in der Kultureinrichtung folgten. „Über Empfehlungen bin ich dann in ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge gekommen, die einen pädagogischen Mitarbeiter und Projektleiter für Frauen und Kinder suchten“, sagt sie.

Das war vor drei Jahren. „Dort bin ich in meinem Element. Ich kenne die Situation, des Auswanderns und Ankommen und kann so gut helfen“, meint Kraeft. „Es war ein ganz langer Weg aber ich bin angekommen.“


Spezial unter   www.nwzonline.de/integration 
Ellen Kranz
Redakteurin
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2051

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