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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Traumberuf stand früh fest

19.10.2013

Um meinen heutigen Gesprächspartner zu treffen, musste ich wie schon vor fast genau zwei Jahren ein Gebäude betreten, das viele doch lieber von außen als von innen sehen – die Polizeistation. Vor zwei Jahren hatte ich ein Gespräch mit der damaligen Leiterin Helga Stilke. Sie hat sich beruflich verändert, und seit dem 1. September ist Kriminalhauptkommissar Lutz Auffarth (49) der neue Leiter der Polizeistation in Ganderkesee.

Gleich als ich sein Büro betrete, fällt mir das große Foto der Beatles auf. „Haben Sie dieses Foto aufgehängt, oder gehört es zum Inventar dieser Polizeistation?“, wollte ich gerne wissen. „Das Foto ist von mir“, bekomme ich zur Antwort, und gleichzeitig outet sich Lutz Auffarth als großer Fan dieser legendären britischen Rock-Band. „Meine erste Schallplatte war von den Beatles.“ Und mit leuchtenden Augen erzählt mir Lutz Auffarth, dass er vor drei Jahren auf einem Konzert von Paul McCartney war.

Mit 16 Jahren wollte Lutz Auffarth seiner Lieblingsband nacheifern und lernte Gitarre. Schnell musste er erkennen, dass sein Talent nicht für die ganz große Karriere reichen würde.

Aufgewachsen ist Lutz Auffarth in Delmenhorst, und mit elf Jahren war sein großes Hobby das Hockeyspielen. Schon während seiner Zeit auf dem Delmenhorster Max-Planck-Gymnasium war Polizist sein Traumberuf. „Ich wollte immer gerne etwas machen, wo ich mit Menschen zu tun habe“, erzählte er. Sein Vater wollte ihn überreden, lieber Rundfunk- und Fernsehtechniker zu werden, weil er in diesem Beruf doch besser verdienen würde.

Lutz Auffarth bestand sein Abitur und schaffte auch die Aufnahmeprüfung bei der Polizei. Von 1983 bis 1986 absolvierte er unter anderem in Bad-Iburg und in Oldenburg seine Ausbildung. Wie bei der Bundeswehr gab es auch hier jeden Freitag den sogenannten „Stubengang“. „War unser Zimmer nicht sauber oder nicht aufgeräumt, mussten wir dieses nachholen und das natürlich vor unserem freien Wochenende.“

Zum Ende der Ausbildung ging es dann mit auf Streifendienst. „Das war für uns spannend und aufregend, denn jeder hatte auf diesen Teil der Ausbildung hingefiebert. Hier mussten wir auch schon mal Kühe oder Schweine wieder einfangen, die ausgebüxt waren“, erinnert sich Lutz Auffarth noch ganz genau.

Nach der bestandenen Ausbildung ging es für ihn zur Bereitschaftspolizei. Zunächst ein Jahr in Oldenburg und dann in seine Heimatstadt Delmenhorst. „Gerade in den ersten Jahren hatten wir Polizisten in Delmenhorst gut zu tun“, gibt Lutz Auffarth zu. Dazu gehörten auch diverse Aus­einandersetzungen in der Delmenhorster Kneipenszene.

Dabei verrät mir Lutz Auffarth, dass er immer versucht hat, den Streit mit Ruhe zu schlichten. „Es sei denn, dass Personen mich angreifen wollten, dann habe ich mich natürlich verteidigt – allerdings ohne drauflos zu prügeln.“

„Wie war es zum Beispiel bei schweren Unfällen?“, wollte ich gerne wissen. „ Besonders Unfälle mit tödlichem Ausgang steckt ein Polizist nicht so einfach weg, da hilf oft ein Gespräch mit einen Kollegen“, so Lutz Auffarth. Während dieser Zeit war er auch in zwei kurzen Einsätzen auf der Dienststelle in Ganderkesee, die sich damals noch an der Grüppenbührener Straße befand.

Lutz Auffarth war 30 Jahre alt, als er 1994 für eine Fortbildung noch einmal auf die Schulbank musste. Drei Jahre Studium an der Fachhochschule in Oldenburg mit Fachrichtung „Polizei“. Nach dem Studium ging es zur Abteilung „Fahndung“, die für Delmenhorst und den gesamten Landkreis Oldenburg zuständig war. Acht Jahre später übernahm er die Leitung dieser Abteilung.

Nach insgesamt 16 Jahren Fahndung, stellte Lutz Auffarth sich selbst die Frage: „Willst Du das bis zur Pension machen?“ Er hatte schon Überlegungen angestellt, als er von der vakanten Stelle in Ganderkesee erfuhr. Obwohl er vor dem Auswahlgremium als erster Bewerber an der Reihe war, konnte er die Kommission überzeugen.

„Was erwarten Sie hier in Ganderkesee?“, wollte ich wissen. „Hier wird sehr gute Arbeit geleistet, und diesen hohen Standard möchte ich halten. Natürlich möchte ich nicht nur am Schreibtisch sitzen, sondern ich werde mit meinen Kollegen auch auf Streife fahren“, versprach Lutz Auffarth. Wie er mir weiter verriet, kann er sich sehr gut vorstellen bis zu seiner Pension Ganderkesee treu zu bleiben.

Mit seiner Ehefrau Claudia wohnt der Vater zweier erwachsener Kinder in Bremen und freut sich über das große kulturelle Angebot der Hansestadt.

Lutz Auffarth,Leiter der Polizeistation Ganderkesee

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