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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Seine Leidenschaft ist großes Kino

24.02.2018

Tweelbäke Was haben Sie vor zehn Jahren – genau in dieser Woche – in ihrer Freizeit gemacht? Und vor 20, 30, 40 oder sogar 50 Jahren? Es gibt nicht viele Menschen, die darauf eine wirklich präzise Antwort geben können.

Horst Köster (62) aus Tweelbäke bildet da eine Ausnahme. Sein Geheimnis: Seit seinem 12. Lebensjahr schaut er sich Spielfilme an – und zwar mindestens einmal pro Woche im Kino. „Das Bild, der Ton, die ganze Stimmung; alles kein Vergleich zum Fernsehen“, schwärmt er. Nicht mal mit dem Aufkommen der großen Flachbildfernseher ist er seiner ersten Liebe untreu geworden.

Sagenhafte 2499-mal hat er in mal mehr, mal weniger bequemen Kinosesseln Platz genommen. Hat mehr als 100 Kinos in über 20 Ländern besucht – vom längst geschlossenen Autokino in Delmenhorst bis zur supermodernen Cineworld in der Londoner O2-Arena. Erst am Montag war er im Cinemaxx Oldenburg, wo „Alles Geld der Welt“, der neue Streifen von Ridley Scott läuft und von der Entführung des Milliardärserben John Paul Getty III erzählt.

Über 200 Tage Laufzeit

Köster hat nachgerechnet: Mehr als 200 Tage seines Lebens hat er nun schon Kinofilme gesehen, von der ersten Einstellung bis zum Abspann – meistens hat er sie genossen, sich selten gelangweilt. Sein Leitmedium ist seit dem ersten Erscheinen 1975 die Kinozeitung Cinema. „Wenn die einen Daumen hoch geben, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass der Film auch mir gefällt“, so seine Erfahrung.

Sechs Filme am Stück

Geweckt wurde seine Faszination 1968 im Wallkino mit dem „Dschungelbuch“. „Mit 17 Jahren fing ich dann an, von jedem Film eine Inhaltsangabe, den Namen des Regisseurs und der Schauspieler aufzuschreiben“, erzählt der 62-Jährige. Szenenfotos, alte Werbeanzeigen oder Bilder der Hauptdarsteller klebte er in die Kladden ein. Heute braucht er nur ins Regal zu greifen und weiß sofort, welchen Streifen er wann und wo gesehen hat. Actionfilme, gerne auch Science Fiction und eher dezenter Horror à lá Stephen King, der auf allzu blutige Schockeffekte verzichtet: das sind seine Lieblingsgenres. Einige der seiner Meinung nach besten Streifen hat er mehrfach gesehen (siehe Infobox) und dabei Konditionsstärke bewiesen. Zum Beispiel 2012 in Münster, wo, nur durch 20-minütige Pausen unterbrochen, die „Hobbit“- und „Herr der Ringe“-Trilogien liefen. 22 Stunden dauerte dieses ganz besondere Kinoerlebnis. Unvergesslich für ihn auch die Star-Wars-Sommernacht im Europa-Kino Bremen. „Mit 500 Menschen bis morgens um 7 Uhr – und dann fiel die Klimaanlage aus.“

Neben Hollywood-Blockbustern gönnt sich der 62-Jährige gerne auch einen Blick aufs europäische Kino. „Gegen die Wand“ oder „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin haben ihn beispielsweise sehr beeindruckt.

Das Oldenburger Filmfest lässt sich Köster ebenfalls nicht entgehen. Selbst war er auch schon auf der Leinwand zu sehen: Als Komparse im Film „Schlaflos in Oldenburg“, der beim Filmfest 2008 gezeigt wurde. In zwei Szenen ist er im Bild. Als Besucher in einem Krankenzimmer und als Passant vor dem Klinikum. Sein Urteil: „War interessant, aber man muss beim Dreh ganz schön lange warten.“ Den Film selbst findet er eher mittelprächtig.

Kösters Lieblinge

1. Herr der Ringe: Teile 1 bis 3; das Buch hat Horst Köster mit 14 Jahren verschlungen; der Stoff galt lange als unverfilmbar, bis Peter Jackson (2001 - 2003) das Gegenteil bewies. 2006 reiste Köster nach Neuseeland, nur um die Drehorte zu sehen.

2. Der mit dem Wolf tanzt: ein epischer Film; Köster: „Er bringt den Zuschauer immer wieder in eine tolle Stimmung, umso tiefer sind dann die Abstürze“; eine Achterbahn der Gefühle

3. Star Wars: Köster: „Mir gefällt der klassische Kampf von Gut und Böse. Die Tricktechnik ist einfach überragend.“

Emotionalstes Filmende: „Der Club der toten Dichter“; Köster: „Bei der Szene auf den Tischen bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut.“

Lieblingsregisseur: Steven Spielberg („Schindlers Liste“; E.T., Jurassic Park etc.)

Lieblingsschauspieler: Harrison Ford

Sein Super-Jubiläum nutzt Köster – wie kann es anders sein – für einen guten Zweck. Gemeinsam mit etwa 100 geladenen Gästen besucht er am kommenden Sonntag seine 2500. Vorstellung. Welcher Film gezeigt wird, verrät Köster nicht. Fest steht dagegen, dass anstelle eines Eintrittspreises seine Begleiter für die Deutsche Krebshilfe spenden. Deren Arbeit unterstützt der Tweelbäker schon seit vielen Jahren mit Aktionen rund ums Jakkolo. Deutlich mehr als 300 000 Euro sind auf diese Weise bereits zusammengekommen. Definitiv ein Happy End, so wie im Kino.

Werner Fademrecht
Hatten
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2731

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