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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Kirche: Kindheitstraum: Priester werden

24.10.2017

Twistringen /Harpstedt Bekleidet mit einem dunklen Anzug balanciert Michael Padupurackal – genannt Pater Michael – auf einem Stuhl und versucht, die beiden Leinen für die Jalousie im Pfarrbüro zu entwirren. „Manchmal sind es die ganz alltäglichen Dinge, bei denen es toll ist, dass er hier ist“, sagt Birgit Hosselmann, Pastoralassistentin in der katholischen Pfarrei St. Anna, die auch für Harpstedt zuständig ist, augenzwinkernd.

Eigentlich ist der aus Indien stammende Pater Michael aber nicht zu handwerklichen Zwecken in Deutschland, sondern, um in den pastoralen Dienst eingeführt zu werden und dort zu helfen, wo der Weggang von Kaplan Jan Witte für eine Lücke gesorgt hat. „Im September kam ich hierher. Ich wohne in Twistringen im Pfarrhaus und muss jetzt erst einmal vor allem noch besser Deutsch lernen“, berichtet der 35-jährige Pater Michael in ziemlich perfektem Deutsch. Das hat er sich unter anderem in einem sechsmonatigen Deutschkurs während des Priesterseminars in Indien angeeignet.

Deutsch-Kursus in Indien

„Es besteht eine Kooperation der indischen Universität in Bengaluru, Nordindien, mit dem Bistum in Köln. Es kam also ein Kölner Professor, der mit uns außerdem über die deutsche Geschichte, deutsche Kirchengeschichte und säkulare Geschichte gesprochen hat“, ergänzt Pater Michael. Bengaluru ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Karnataka und nach Mumbai und Delhi die drittgrößte Stadt Indiens.

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Angekommen in Deutschland wurden die Sprachkenntnisse in einem viermonatigen Kurs in Dingden bei Bocholt noch vertieft. Und nun geht es in die Praxis. „Jeden Tag lernt er mehr, da sind wir wirklich beeindruckt“, sagt Hosselmann. Damit die Aussprache noch besser wird und Pater Michael auch kirchliche Texte locker vorlesen kann, hat er Sprechunterricht beim Kantor Johannes Schäfer und einem weiteren Gemeindemitglied.

Pater Michael kommt aus dem Bundesstaat Kerala und gehört dort dem Orden der „Karmeliter der unbefleckten Empfängnis Mariens“ an. „Dass ich Priester werden wollte, wusste ich schon, seit ich klein war. Mit 15 Jahren habe ich die Ausbildung begonnen“, berichtet Pater Michael von seinem Lebensweg. Rund 15 Jahre dauert diese Ausbildung, die auch das Abitur und ein dreijähriges Studium beinhaltet. Pater Michael machte einen Bachelor of Arts und belegte Seminare zu Theologie, Psychologie, Philosophie und Journalismus. 2013 wurde er zum Priester geweiht und übernahm danach Assistenztätigkeiten.

Rund 135 seiner Ordensbrüder sind derzeit in deutschen Gemeinden eingesetzt und unterstützen Seelsorgerteams oder helfen bei Gottesdiensten. Das liegt unter anderem daran, dass hierzulande akuter Priestermangel herrscht. Begleitet von Pastor Arnold Kuiter lernt Pater Michael, Gottesdienste zu halten und Jubiläumsbesuche zu unternehmen. Kurzum: „Das alles ist ein Lernprozess. Es geht darum, dass wir zeigen, wie Kirche in Deutschland funktioniert und wie die Strukturen unserer Gemeinde sind“, so Hosselmann.

Mobiler Pater

Weil zur Pfarrei St. Anna nicht nur das Gotteshaus in Twistringen gehört, sondern ebenso die Gemeinden St. Ansgar in Bassum, Christkönig in Harpstedt und St. Marien in Marhorst, muss Pater Michael mobil sein. In Indien war er Linksverkehr gewöhnt. „Mein Führerschein gilt hier nur sechs Monate. Dann muss ich einen komplett neuen machen. Aber das kriege ich schon hin“, erzählt er lächelnd.

Seine Familie lebt noch in Indien. Per Whats-App und Skype oder per E-Mail hat Pater Michael regelmäßig Kontakt mit ihnen. Und es gibt auch eine Flugverbindung Richtung Heimat. Von Twistringen aus komme er schneller nach Hause als von Nordindien aus. „Mit dem Zug dauerte es in etwa zwei Tage.“

Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
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