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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Virtuoses Spiel mit dem Teufel

24.11.2014

Ganderkesee „Teuflisch gut!“ Diese Beschreibung trifft optimal auf das 60. Rathauskonzert in Ganderkesee am Sonnabend zu. Warum teuflisch? Das lag an Igor Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“, in der der junge Soldat einen Pakt mit dem Teufel schließt und nach vielen Höhen und Tiefen jämmerlich zugrunde geht.

Das Wupper-Trio mit Sayaka Schmuck (Klarinette), Axel Hess (Violine) und dem kurzfristig eingesprungenen Benyamin Nuss (Klavier) vermittelte die szenische Suite so bravourös, dass den Zuhörern der Atem stockte. Ebenso hingen sie völlig gebannt an den Lippen des Schauspielers Gerald Friese, der frappierend wandlungsfähig die Gestalt des Soldaten, des Teufels, einer alten Frau und einer Prinzessin zum Leben erweckte. Der unvergessene Mephisto eines Gustav Gründgens hat in Gerald Friese einen würdigen Nachfolger gefunden.

Auch Strawinsky bedient sich fast teuflischer Methoden: Er verfälscht bewusst alle Genres vom Choral über Ragtime und Walzer bis zum Tango und erhöht damit die Spannung seines musikalisch-pantomimischen Werks. Gegenläufige Rhythmik und Melodik fordern dem Wupper-Trio Höchstleistungen ab.

Ein unverhofftes zweites Teufelchen gewann ebenso die Oberhand: Warum erschien plötzlich nach dem Eröffnungstango von Astor Piazolla ein Harlekin (Sayaka Schmuck) mit Klarinette und spielte sich solistisch einschließlich Tanzeinlage in die Herzen der Zuhörer? Man fühlte sich in einen mittelalterlichen Jahrmarkt versetzt.

Schmunzelnd löste Stefan Lindemann, Vorsitzender des Vereins Rathauskonzerte, das Rätsel: „Hätten wir das Klarinettensolo von Stockhausen ins Programm genommen, wäre wohl so mancher Zuhörer verschreckt worden!“ Recht hat er. Die Zugabe mit dem Tango „Oblivion“ von Astor Piazolla rundete den an- und aufregenden Musikabend versöhnlich ab: Starker Beifall!

Ebenso muss das anschließende kostenlose Buffet, eine feine Zugabe der Rathauskonzerte, mit Beifall bedacht werden. Es bietet den Zuhörern anregende Gespräche mit den Künstlern oder auch untereinander und etabliert sich damit zum festen Bestandteil eines jeden Rathauskonzerts.

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