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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Volles Haus zum Schlussakkord

03.09.2013

Ganderkesee Der Außenstandort Ganderkesee des Musikfestes Bremen ist nicht mehr wegzudenken. Wen wundert das, besitzt doch die St. Cyprian- und Corneliuskirche eine der schönsten Arp-Schnitger-Orgeln.

Am Sonntag zeigte sie ihre Schönheit zum Abschluss des diesjährigen Arp-Schnitger-Festivals unter dem Titel „Heinrich Schütz in Italien“. Der begnadete Komponist ragte schon zu Lebzeiten (1585-1672) durch seinen oberitalienischen Stil hervor, mit dem er die franko-flämische Satzweise homogen verknüpfte.

An diesem Abend dominierten in der voll besetzten Kirche die italienischen Madrigale des Komponisten mit dem international besetzten Vokal-Ensemble Sette Voci unter Leitung des niederländischen Bass-Baritons Peter Kooij, der 2001 diese Gesangsformation gründete.

Bewundernd vernahm der Zuhörer die extrem schwierigen A-cappella-Einsätze, und gab es tonlich doch einmal geringfügige Schwankungen, so wurden diese spätestens bei der besonnenen Begleitung des Cellisten Richte van der Meer ausgeglichen.

Den Madrigalen von Schütz standen Kompositionen seiner Zeitgenossen Johann Jakob Froberger und Girolamo Frescobaldi zur Seite. Lorenzo Feder an der Arp-Schnitger-Orgel „zog nicht alle Register“, sondern verklärte die leider sehr kurze Toccata von Frescobaldi zu berührender Schlichtheit. Frobergers Partiten dagegen erblühten fröhlich und behände oder überraschten besonders bei der Partita chromatica mit geheimnisvoller Zurückhaltung. Umso mehr faszinierte die Chromatik.

Erstaunlich, wie sich ein Musikstil aus dem Übergang von Renaissance zu Barock so unvergänglich schön und jung erhalten kann. Das Publikum in der gut besuchten Kirche befand sich fast ausschließlich in der Altersgruppe „60 plus“. Wie wird es also in etwa 40 Jahren aussehen, wenn diese herrliche Musik nicht jüngere Generationen zu erfassen vermag? Das Publikum des Abends jedenfalls sparte nicht mit Beifall, den die Sänger mit einer Madrigal-Zugabe belohnten.

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