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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Premiere: Von der Opernbühne in den Kinosessel

12.11.2013

Sandkrug /Oldenburg Mehr als drei Millionen Zuschauer haben am Sonnabend die weltweite Live-Übertragung der berühmten Puccini-Oper „Tosca“ aus der New Yorker Metropolitan Opera verfolgt. Als die Sandkrugerin Tatjana Jünger und ihr Vater Heinz Strasiewsky es sich an diesem Abend in den Kinosesseln des Oldenburger Cinemaxx gemütlich machten, ahnte keiner der anderen Besucher, wer dort in den Kinosesseln neben ihnen saß und die Oper verfolgte.

Heinz Strasiewsky, Berliner Senior und Studiendirektor a.D., verbindet mit der Oper eine persönliche Beziehung: Er „erschießt“ seit 34 Jahren an der Deutschen Oper Berlin den männlichen Hauptdarsteller, den Maler Mario Cavaradossi, in der Schlussszene des letzten Aktes. Die Premiere der Oper „Tosca“ war 1969 an der Deutschen Oper in einer Inszenierung von Boleslaw Barlog. Der erste Tenor war damals Franco Tagliavini. Noch immer spielt die „Tosca“ unverändert in der gleichen Inszenierung und Heinz Strasiewsky fällt jedes Jahr die tragische Aufgabe zu, den Maler zu erschießen. In den folgenden Jahrzehnten mussten so große Tenöre Placido Domingo, Marcello Alvarez, Giorgio Merighi, Jose Carreras, Luciano Pavarotti und jüngst Startenor Jonas Kaufmann unter dem Erschießungskommando von Heinz Strasiewsky ihr Leben auf der Bühne lassen.

Auch Pavarottis letzter Auftritt am 23. Juni 2003 auf der Berliner Opernbühne endete mit dem Bühnentod des Gesangstars. In seiner Rolle als Kommandeur des Erschießungskommandos hat Strasiewsky in bisher rund 340 Aufführungen mitgewirkt. Nach den Vorstellungen gab es immer wieder freundschaftliche Begegnungen, Autogramme und nette Gespräche mit den Opernstars. Keiner nahm dem Sandkruger seinen Job auf der Bühne krumm.

Tosca ist eine Oper in drei Akten. Die Musik komponierte Giacomo Puccini. Die Oper spielt vor dem Hintergrund, dass im Februar 1798 französische Truppen im Zweiten Koalitionskrieg den Kirchenstaat erobern und die Römische Republik errichten.

In Frankreich übernimmt Napoleon Bonaparte am 9. November 1799 in einem Staatsstreich als Erster Konsul die Regierung. Bei der Schlacht bei Marengo müssen sich die Franzosen morgens zurückziehen (deshalb wird - zwei Tage später – im 1. Akt von Tosca der Sieg über Napoleon gemeldet); am Nachmittag können die Franzosen jedoch die Schlacht drehen und die Koalitionstruppen schließlich schlagen (Nachricht von der Niederlage der Koalition im 2. Akt von Tosca).

Am Sonntag begleitete Tochter Tatjana ihren Vater ins Oldenburger Kino, um sich die Schlüsselszene einmal anzusehen. Sie stand in jungen Jahren ebenfalls schon als Statistin auf der Berliner Opernbühne. Ihr Bruder Stefan ist als Mitglied der Statisterie noch heute im 1. Akt der „Tosca“ eingesetzt. Heinz Strasiewsky, der zehn Tage lang im Hause Jünger zu Besuch war, lobte die Direktübertragung aus der Met: Es war das erste Mal, dass er die „Tosca“ aus Zuschauerperspektive betrachten konnte.

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