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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Von längster Pinkel und dem „Ponsel“

30.04.2011

VIELSTEDT Vielstedt ist ein großes Dorf. Und es ist mindestens dreigeteilt: in die Bauerschaften Vielstedt I und II, sowie das Neubaugebiet an der Grenze zu Hude. Das Neubaugebiet nimmt dabei einen gewissen Sonderstatus ein – es gehört zu Vielstedt dazu und irgendwie auch wieder nicht. Dies kann man den Erzählungen von Peter Linnemann, Vorsitzender des Orts- und Heimatvereins Vielstedt, und den beiden Bezirksvorstehern der Bauerschaften Eveline Rüdebusch und Dieter Janzen entnehmen, wenn sie über die Geschichte und das Leben in ihrem Dorf berichten. „Viele, die in dem Neubaugebiet wohnen, denken, dass sie in Hude leben. Genaugenommen gehört diese Ecke aber zu Vielstedt“, erklärt Peter Linnemann. Doch auch wenn die Bewohner des Neubaugebietes sich vielleicht nicht bewusst sind, dass sie eigentlich in Vielstedt leben und sich das Dorfleben hauptsächlich in Vielstedt I und Vielstedt II abspielt, tragen sie mit ihren Grundstücken zumindest dazu bei, dass Vielstedt das flächenmäßig größte Dorf in der Gemeinde Hude ist.

Für Peter Linnemann, Eveline Rüdebusch und Dieter Janzen ist Vielstedt nicht nur das größte, sondern auch das schönste Dorf der Gemeinde. Eveline Rüdebusch erzählt: „Ich finde es zum Beispiel ganz toll, dass man hier ausgedehnte Fahrradtouren machen kann und sich dabei immer noch im Dorf befindet.“

Mit den Wanderwegen am Huder Bach und dem bekannten Skulpturenpfad des hiesigen Künstlers Wolf E. Schultz, dem Melkhus und dem Vielstedter Bauernhaus samt Museum wartet Vielstedt mit einer Reihe interessanter Ausflugsziele auf. Den Vielstedtern liegt auch viel daran, die Erinnerung an alte Handwerke und Traditionen aufrecht zu erhalten. So gibt es zum Beispiel im Spieker eine Ausstellung zum Schusterhandwerk mit alten Werkzeugen zu sehen. „Malte Fischer sammelt und restauriert alte Maschinen“, weiß Linnemann zu ergänzen. Zahlreiche Vereine prägen das Dorfleben. Auch sie sind dabei, wenn in Vielstedt wieder mal eine verrückte Aktion gestartet wird. Die Vielstedter sind da sehr einfallsreich, halten sie doch den Weltrekord für die größte Schwarzwälderkirsch-Torte und die längste Pinkel der Welt. Und auch mit dem einzigartigen „Ponsel“, einer Mischung aus Pony und Esel, lockten die Vielstedter einmal mehr sogar das Fernsehen in ihr Dorf. „Das hat nur Vielstedt zu bieten“, sagt Linnemann augenzwinkernd.

Damit Vielstedt weiterhin ein schönes und lebenswertes Dorf bleibt, haben sich seine Bewohner 2006 mit Nordenholz, Nordenholzermoor, Grüppenbühren und Hohenböken in einer Gemeinschaft für die Verbunddorferneuerung zusammengetan. Denn die Gegend um den Hasbruch habe bei der Politik Priorität. „Eine Dorferneuerung allein für Vielstedt hätte erst in 13 Jahren begonnen werden können“, erklärt Bezirksvorsteher Janzen. Doch auch bei der Verbunddorferneuerung ist Geduld gefragt. „Es geht einfach nicht voran“, beklagt Linnemann. Seine Ungeduld erklärt sich aus den Zielen, die die Vielstedter Arbeitsgruppe für die Verbunddorferneuerung in ihrem Ort im Sinn hat.  „Wir möchten, dass Buswartehäuschen aufgestellt werden, damit vor allem die Schulkinder, die mit dem Bus fahren, abgesichert sind“, erklärt Eveline Rüdebusch. Außerdem wünschen sich die Vielstedter einen Bolzplatz, der als Treffpunkt für Jung und Alt gestaltet wird. „Wir haben ja kein Dorfgemeinschaftshaus“, meint Linnemann.

Ob mit oder ohne Dorferneuerung, nichts könnte Linnemann dazu bewegen „sein“ Dorf zu verlassen. „Da müsste es schon mit höherer Gewalt zugehen“, meint der Heimatsvereinsvorsitzende und winkt ab. Es gebe eben eine einzigartige Gemeinschaft im Dorf, jeder helfe ganz selbstverständlich jedem. Diese Erfahrung hat auch Eveline Rüdebusch gemacht, als sie vor über 20 Jahren aus Ostfriesland nach Vielstedt kam. „Ich habe mich hier schnell eingelebt und wurde sehr herzlich aufgenommen“, sagt sie. Eine besondere Ehre sei es deshalb auch gewesen, zur Bezirksvorsteherin gewählt zu werden, eine vertrauensvolle Aufgabe, die gewiss nicht jedem Zugezogenen übertragen worden wäre.

Das Dorf Vielstedt wurde im Jahr 1258 erstmals urkundlich erwähnt.

Der Ort besteht aus den Bauerschaften Vielstedt I und Vielstedt II und erstreckt sich auf einer Fläche von 9,1 Quadratkilometern.

Vielstedt hat etwa 3000 Einwohner, von denen die meisten im Bereich von Vielstedt I leben.

Anziehungspunkte sind die traditionsreiche Gaststätte „Vielstedter Bauernhaus“, in dem es auch ein Museum gibt, das Skulpturenufer oder das Forstmuseum.

In dieser Serie stellt die NWZ  in unregelmäßigen Abständen die verschiedenen Orte in der Gemeinde Hude vor.

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