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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

750-Jahr-Feier: Funde von besonderer Qualität

11.03.2020

Wardenburg Gelungener Auftakt zu den Jubiläums-Veranstaltungen anlässlich des 750-jährigen Bestehens des Ortes Wardenburg: Mit dem Vortrag „Wardenburg vor Wardenburg – Ein Streifzug durch die Ur- und Frühgeschichte zwischen Vehnemoor und Huntetal“ tauchten im Rathaus rund 60 Besucher tief in die Geschichte ihres Wohnortes ein. Es ging um das Wardenburg vor seiner ersten belegten Erwähnung im Jahr 1270 und widmete sich den archäologischen Funden.

„Ich hatte nicht mit so vielen Gästen gerechnet“, zeigte sich Hendrik Müller von der Gemeinde Wardenburg hoch erfreut über die Resonanz. Die Gemeinde und der Bürgerverein Wardenburg traten als Veranstalter des Vortrags auf.

Zum Jubiläum gibt es bereits am kommenden Sonntag, 15. März, zwei weitere Veranstaltungen: In der Gottesdienstreihe „Geschichte(n) der Wardenburger Marienkirche“ geht es ab 9.30 Uhr um den Taufstein der Marienkirche, über den Pastorin Imke Gießing und der Archivbeauftragte Dirk Faß etwas erzählen. Anschließend wird um 11 Uhr im Rathaus-Foyer die Ausstellung „Wardenburg früher und heute“ eröffnet, in der Werke des Wardenburger Künstlers Hans Fangmann aktuellen Fotografien gegenübergestellt werden.

Grabungstechniker Michael Wesemann vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege Oldenburg und Falk Näth, Geschäftsführer des archäologischen Fachbüros „denkmal3d“ aus Vechta, gaben einen Überblick über die bisherigen archäologischen Grabungen in der Gemeinde Wardenburg.

„Die Fundstellen sind relativ überschaubar, aber ihre Qualität ist eine ganz besondere“, sagte Wesemann. Der älteste Fund, ein Bohlenweg, stamme aus der Jungsteinzeit (4000 bis 2000 v.Chr.). 3000 Jahre alt sei ein Pfahlweg.

In die römische Kaiserzeit einordnen ließen sich Schleifsteine, Keramikscherben, Wagenräder und der Textilrest eines Prachtmantels. „Ein sehr guter Kastenbrunnen wurde im Winter 1988/89 ausgegraben“, erinnerte sich Michael Wesemann.

Zuletzt archäologisch aktiv waren Wesemann und Näth im Jahr 2015 am Iburgsweg, wo heute das Wohngebiet Plaggenesch steht. „Als Überreste einer frühmittelalterlichen Siedlung wurden hier acht Grubenhäuser und vier Brunnen festgestellt“, berichtete Wesemannn. In den eingetieften Hütten hätten Webstühle gestanden. „Durch die höhere Luftfeuchtigkeit in den Grubenhäusern blieb der Flachs geschmeidiger“, erklärte der Denkmalschützer.

Dass am Iburgsweg großflächig nach archäologischen Schätzen gegraben werden konnte, verdanke die Denkmalpflege dem seit 2011 geltende Veranlasser-Prinzip. Danach muss derjenige, der ein Kulturdenkmal zerstört, die Kosten für die fachgerechte Untersuchung, Bergung und Dokumentation übernehmen, was viele Bauherren achtsamer werden ließ..

Weil dieses Gesetz Anfang der 90er Jahre noch nicht gegolten habe, seien vor allem in den Bereichen der heutigen Baugebiete Am Esch und Röbeler Straße wertvolle archäologische Belege verloren gegangen, bedauerten Näth und Wesemann.

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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