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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Jetzt kommt die Praxis

15.11.2018

Wardenburg Sobald Frank Echsler von der kirchlichen Arbeit spricht, sprudelt er förmlich. Er erzählt von seinem Engagement in der Konfirmandenarbeit und verschiedenen Chören, im Studierendenrat, von seiner Zeit in Edinburgh, wo er als Erasmus-Student war und im großartigen St. Giles’ Cathedral Choir mitgesungen hat, und in jeder Zeile ist spürbar: Der Mann liebt seinen Beruf.

Seit August ist der 26-Jährige Vikar in der evangelischen Kirchengemeinde in Wardenburg. Die Schüler der IGS kennen ihn bereits: Dort unterrichtet er bis Ende Januar. „Zu sehen, wie man Jugendlichen die christlichen Themen nahebringen kann, ist spannend“, findet er.

Gottesdienste, Trauungen, Beerdigungen und vieles mehr wird er in den kommenden zwei Jahren nach und nach selbstständig leiten. „Das Theologiestudium ist sehr theoretisch. Die Praxis kommt erst in der Gemeinde“, erklärt Echsler. Gerade deshalb freue er sich, mit Wardenburg eine äußerst vielseitige Gemeinde gefunden zu haben. „Ich bin begeistert von Einrichtungen wie dem Teehaus. Hier findet interreligiöser Dialog statt, die Menschen können sich einbringen – solche Projekte sind der Schlüssel, wie Kirche künftig funktionieren wird“, ist er überzeugt. Die Vikarsausbildung, zieht Frank Echsler erste Bilanz, laufe sehr professionell. „Das ist ein großer Schatz.“

Neben der praktischen Ausbildung in der Gemeinde stehen mehrwöchige Seminare im Kloster Loccum an – was einerseits interessant, andererseits aber auch ein bisschen schade sei, findet er: „Dadurch kann ich in der Gemeinde keine regelmäßigen Aktionen anbieten.“

In Neuenburg in der Friesischen Wehde ist Frank Echsler direkt neben dem Gemeindehaus aufgewachsen. „Die Kirche gehörte für mich immer selbstverständlich dazu. Ich habe mich im Krippenspiel engagiert, in der Musikgruppe, nach der Konfirmation die Lektorenausbildung gemacht und danach Gottesdienste mitgestaltet.“

Dann aber folgte ein Moment im Leben von Frank Echsler, der ihn daran zweifeln ließ, Pfarrer zu werden. Er nennt es seine Identitätsfindung – Echsler bekannte sich zu seiner Homosexualität. „Und das ging für mich damals mit dem Glauben nicht zusammen“, erzählt er. Doch je mehr er sich mit sich selbst auseinandersetzte, umso stärker wurde der Wunsch, Theologie zu studieren. Heute ist er froh, sich geöffnet zu haben, denn: „Ich habe ein offenes Umfeld vorgefunden. Natürlich gibt es immer auch ablehnende Meinungen – auch unter den Studierenden –, aber überwiegend habe ich Toleranz erfahren.“ Mittlerweile hat Echsler geheiratet – einen Theologen. Auch er absolviert im Moment ein Vikariat in der Region. Gemeinsam leben sie in Wardenburg.

Frank Echsler ist einer von fünf Vikaren, die jetzt ihren Dienst in der oldenburgischen Kirche angetreten haben – eine beachtliche Zahl in Zeiten des Nachwuchsmangels auch im Pfarrdienst. „Unsere intensive Werbung für den Pfarrberuf trägt erste Früchte“, freut sich denn auch die personalverantwortliche Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk. Insgesamt acht Vikare werden hier derzeit ausgebildet, aktuell liegen vier weitere Bewerbungen um einen Vikariatsplatz vor. Sollten die jungen Leute im Anschluss in der oldenburgischen Kirche bleiben, „verändert sich die Gesamtpersonalplanung im Pfarrdienst erheblich zum Positiven“, so Lenk.

Anke Brockmeyer
Wardenburg
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2730

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