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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Kirche: Neustart in ungewöhnlichen Zeiten

24.06.2020

Wardenburg „Es war ein bisschen wie ein Start mit angezogener Handbremse“, beschreibt Susanne Wöhler ihre ersten Wochen in der evangelischen Kirchengemeinde Wardenburg. Am 1. Juni hat die Pastorin die Nachfolge von Monika Millek angetreten, die Ende Februar in den Ruhestand verabschiedet worden ist.

Gemeindemitglieder kennenlernen, sich bei den aktiven Gruppen und Vereinen vorstellen – all das, was mit einem Amtsantritt normalerweise verbunden ist, läuft coronabedingt zurzeit auf Sparflamme. Dennoch zieht Susanne Wöhler eine erste positive Bilanz: „Ich bin hier mit einer großen Freundlichkeit und offenen Armen empfangen worden.“

Sterbebegleitung

Bereits am Pfingstsonntag, einen Tag vor ihrem offiziellen Amtsantritt, hatte sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Imke Gießing die Predigt gehalten, am Sonntag darauf stand sie dann erstmals in der Benthullener Kirche auf der Kanzel. Jetzt heißt es erstmal, sich zurechtzufinden in einer Situation, die gerade für alle etwas schwierig ist. „Durch die Corona-Maßnahmen konnte ich nicht in ein bestehendes System hineinschlüpfen“, beschreibt sie. Stattdessen müssen Hygieneregeln umgesetzt werden, Gottesdienste und Gemeindearbeit neu geregelt werden – schwierig für alle Beteiligten, umso mehr für jemanden, der neu hinzukommt. „Gerade die evangelische Kirche ist hier sehr streng, insbesondere zum Schutz der älteren Gemeindemitglieder“, erklärt die gebürtige Varelerin, die in den vergangenen Jahren an verschiedenen Stellen im Oldenburger Land gearbeitet hat: Nach dem Studium in Bethel und Heidelberg und dem Vikariat in Oldenburg war sie zunächst Krankenhausseelsorgerin in Delmenhorst. Keine leichte Kost für eine Berufsanfängerin. „Es war eine harte Zeit, aber ich habe viel gelernt dort“, blickt sie zurück. Insbesondere die Sterbebegleitung der Patienten und ihrer Familien habe sie als „sehr intensiv“ erlebt. „Das ist eine Situation, in der wir als Pastoren wirklich helfen können“, betont sie und bedauert, dass dieses Angebot von Angehörigen viel zu selten wahrgenommen werde.

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Dörfliche Strukturen

Die nächste Station war Oldenburg-Nicolai, ehe Susanne Wöhler vor fast zwölf Jahren nach Ganderkesee-Schönemoor wechselte. „Ich komme ja selbst vom Land und mag die Natur und die dörflichen Strukturen“, erklärt sie. Mit dem Umzug nach Wardenburg ist sie nun dichter an der Familie: Die Schwiegereltern leben in Oldenburg, ihre Eltern in Varel-Obenstrohe. „Wenn die Eltern älter werden, ist es gut, in der Nähe zu sein.“

Noch wohnen sie und ihr Mann Volko mit Jowa, einem Labrador-Bordercollie-Schäferhund-Mischling, in Schönemoor, bald aber kommen sie auch privat in Wardenburg an. „In anderthalb Wochen soll die Renovierung des Pfarrhauses abgeschlossen sein“, hofft die Pastorin. Hier wird sie künftig ihre freie Zeit genießen können. In der Pfarrei in Schönemoor waren Gemeindehaus und Pfarrhaus unter einem Dach – wirklich abschalten ließ sich eigentlich nie. „Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt, aber jetzt werde ich es genießen, Beruf und Freizeit trennen zu können“, sagt die 54-Jährige.

Neue Projekte

Dessen ungeachtet freut sie sich darauf, demnächst beruflich richtig Gas geben zu können. Unter dem Motto „Natürlich Gott“ bieten die Kirchengemeinden Wardenburg und Delmenhorst in den Sommerferien eine Reihe für Familien mit Kindern im Grundschulalter an. Drei Tage lang bekommen die Familien Aufgaben und Impulse und erleben die Schöpfung unter ganz verschiedenen Aspekten. Und auch eine Idee der ehemaligen Bischöfin Margot Käßmann will Susanne Wöhler aufgreifen: gemeinsames Singen im Pfarrgarten. „Die Gemeinde hier ist sehr musikbegeistert. Ich hoffe, das kommt gut an.“ Und im Herbst kehrt ganz langsam noch ein bisschen mehr Normalität zurück: Dann findet für die bestehenden Gruppen wieder Konfirmandenunterricht statt.

Anke Brockmeyer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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