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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Warum Schaffer auch Wasser trinken

04.05.2013

Wildeshausen Schon viele Jahre hatte er diesen Traum: einmal Schaffer der Wildeshauser Schützengilde zu werden. Als es am 30. Mai 2012 tatsächlich so weit war, „war das wie eine Achterbahnfahrt“, erzählt Gerald Kreienborg.

„Kurz bevor wir um Mitternacht proklamiert wurden, hörte ich es richtig ticken in meinem Kopf“, erinnert sich der 37-jährige Wildeshauser. Und weiter: „Du bist ein Popstar, von 0 auf 100.“ Ehefrau Anja ist vor allem der große Kelch, randvoll gefüllt mit Schaffertrunk, in Erinnerung geblieben. „Ich habe viereinhalb Strophen lang getrunken und bin für den Rest des Abends auf Wasser umgestiegen“, schmunzelt sie.

Viele helfende Hände

Was folgte, war die bisher turbulenteste Woche im Leben des jungen Paares. „Wir sind wie Prominenz umsorgt und von vielen helfenden Händen quasi durch die Pfingstwoche geschubst worden“, lobt Kreienborg. Den dafür zuständigen Fähnrichspaaren attestiert er eine hohe Professionalität.

Anja Kreienborg, die in Wilhelmshaven aufgewachsen ist, „wusste genau Bescheid, auf was ich mich da einlasse“. „Natürlich hat man eine Menge Termine und Pflichten, aber es ist ja auch eine sehr ehrenvolle Aufgabe, das Gildefest ins nächste Jahrhundert zu bringen“, ist sich die 41-Jährige ihrer Rolle vollkommen bewusst.

Bereut haben die Kreienborgs ihre Entscheidung nie. „Wir hatten von unseren Vorgängern nicht nur einen Trampelpfad an Unterstützung, sondern eine ganze Autobahn“, lobt der Schaffer.

Auch die zunächst überraschende Tatsache, dass er mit Erik Beyer keinen König aus Wildeshausen, sondern aus dem fernen Tennessee an die Seite gestellt bekam, empfindet Kreienborg im Rückblick als Bereicherung. „Natürlich musste ich zu einigen Offiziers-Geburtstagen allein gehen, aber bei allen wichtigen Gildeterminen waren wir zu zweit“, erinnert er sich.

Und für Anja Kreienborg, die als Au-pair-Mädchen ein Jahr in den USA gelebt hat, bedeutete der rege Austausch mit Königin Tracy eine willkommene Englischauffrischung.

Hobby mit Anspruch

Die Gildelaufbahn, die vom Schafferamt durch die Fähnrichszeit ins Offizierskorps mündet, ist für das Ehepaar Kreienborg wie ein „Hobby mit sehr hohem lokalen und traditionellen Anspruch“. Man habe jetzt sicherlich das „Gildefeststress-Abo“, sagt der Schaffer und denkt dabei auch an die Kompaniebewirtungen, die das Paar in den nächsten Jahren wuppen muss. Aber diese Herausforderung habe man sich schließlich ganz bewusst ausgesucht. Letztlich sei das Schafferamt „der goldene Schlüssel zur Stadt“, so Kreienborgs Fazit.

Das alles so gut gelaufen ist und Familie und Freunde trotz der vielen zusätzlichen Termine nicht zu kurz kamen, sei aber auch seiner Elternzeit zu verdanken, resümiert der Wildeshauser, der als Elektriker im familiären Betrieb Kreienkamp beschäftigt ist.

„Wir sind schon ein gutes Team“, lobt auch Ehefrau Anja, die als Beamtin die Brötchen verdient, während Gerald sich zu Hause um die 14 Monate alte Tochter Kerstin kümmert.

Dieses Team hat übrigens auch prima funktioniert, als es um die traditionelle Geheimhaltung des Schaffernamens ging. So wusste nicht einmal Geralds Bruder Volker Bescheid, der nachmittags noch eifrig beim Königsschießen dabei war. „Er hat erst in seiner Funktion als Wahlmann um 22 Uhr erfahren, dass es diesmal seinen Bruder getroffen hat“, schmunzelt Kreienborg noch heute.

Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

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