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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

GESCHICHTE: Weltweites Denkmal für lokales Original

04.06.2009

IMMER /KLATTENHOF Ein Denkmal gibt’s schon für Hasen-Ahlers. Das steht in Klattenhof, ist ortsfest und sagt über das bekannte Original aus dem Stühe trotz Informationstafel nur wenig aus. Zu wenig, wie Lars Tischler findet. Und das ist für den 36-jährigen Ganderkeseer Grund genug, dem Wilddieb, der von 1831 bis 1913 lebte, ein weiteres zu setzen – ein digitales Denkmal im Internet.

Fasching gibt Anstoß

Unter www.hasenahlers.de huldigt der Ganderkeseer dem „Prinzen der Subordination“. Und das mit nahezu wissenschaftlicher Präzision und ganz viel Einsatz. Literatur wurde zusammengetragen und gesichtet, zahlreiche interessante Gespräche geführt, Bilder digitalisiert und schließlich online veröffentlicht, letzteres mit Hilfe des Ganderkeseer Informatikers Dennis Logemann. Wie Tischler auch ein großer Freund des Ganderkeseer Faschings.

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Und der gab nicht zuletzt – zusammen mit dem 2007 erschienenen Standardwerk „Hasen-Ahlers“ von Hermann Speckmann und Gerold Spille – den Anstoß für Tischlers Projekt: „2008 habe ich unsere Gruppe ,Die Fernbedienten‘ als Hasen Ahlers und Lars Tischler angemeldet“, schmunzelt er. In diesem Jahr ist im Papendiek-Verlag auch Tischlers Buch „Hasen-Ahlers und der Ganderkeseer Fasching – Vom Schafskoven auf den Prinzenwagen“ erschienen.

Aussteiger wird Einsteiger

Besonders interessiert den Menschen Lars Tischler der Mensch Hinrich Ahlers, der trotz all seiner Fehler viel Freude bereitet habe und „als Aussteiger auf Umwegen wieder in die Gesellschaft eingestiegen ist“.

„Schon in früher Kindheit habe ich immer mal wieder etwas über ihn gehört.“ Über die Beweggründe des Mannes, in einem Stall zu wohnen, sich als Wilddieb über Wasser zu halten und sich später in Immer zur Schau zu stellen, gab es aber kaum etwas. „Jeder kennt ihn, aber Genaues weiß man nicht“, so der Promovend der Universität Bremen. „Hasen-Ahlers ist ja ein Widerspruch in sich: Der Mensch ist überall angeeckt, war mehr als 50 Mal im Zuchthaus, und dennoch ist ihm ein Denkmal errichtet worden.“ Auch, weil er nie jemandem etwas zuleide getan hat. „Er war zwar ein Krimineller, ein Straftäter – aber auch eine coole Nummer.“ Gegen Ende seines Lebens wurde der Hüne mit Schuhgröße 53, der „geackert hat für Drei und gegessen für Vier“ allerdings zur „Lachnummer“.

Auf Tischlers Internetseiten findet sich schon jetzt eine beachtliche Sammlung von Literaturhinweisen, alten Fotografien und Döntjes. Auch Interessantes aus der Zeit des Wilddiebes im Stühe.

Doch der Ganderkeseer ist sich sicher: „Da ist noch viel mehr. Die Idee ist das Wachsen der Seite.“ All die Döntjes rund um Hasen-Ahlers möchte er sammeln, auch möglicherweise noch unbekannte Bilder oder Postkarten – von deren Verkauf Hasen-Ahlers gut gelebt hat.

Auch das ist so eine Geschichte, die Tischler interessiert: „Inwieweit ist Hasen-Ahlers instrumentalisiert worden?“ – vom Fotografen, der an den Postkarten wahrscheinlich noch besser verdient hat, oder vom Autor des Liedes. Mit beidem habe er sich allerdings auch „perfekt selbst vermarktet“.

Großes Gästebuch

„Jeder kann sich auf den Seiten seine Gedanken zu Hasen-Ahlers machen“, weist Tischler auf das Gästebuch hin. Gerne nimmt der 36-Jährige aber auch Geschichten und Material an über Hinrich Ahlers. Interessieren würden ihn zum Beispiel Auszüge aus dem Strafregister des Zuchthauses in Vechta, in dem Hasen-Ahlers häufiger einsaß.

In Arbeit ist auch ein Zeitstrahl mit politischen und gesellschaftlichen Ereignissen jener Zeit – „um zu verstehen, was damals passiert ist“. Denn – und da ist sich Tischler sicher – „in jedem von uns steckt ein Teil von Hasen-Ahlers“.

www.hasenahlers.de

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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