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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Wenn das Zuhause zur Galerie wird

15.06.2015

Hockensberg In der Ecke steht ein antik anmutender Stuhl, ein Bett auf hohen Betonfüßen reicht in den Raum hinein und an fast jeder Wand hängen Kunstwerke: Fotografien, Leinwände, Drucke. Die Wohnung von Künstlerin Ute Bescht aus Hockensberg gleicht schon auf den ersten Blick einer Galerie – und zu dieser hat sie ihr Heim nun auch ganz offiziell gemacht.

Gut 20 Gemälde und Fotografien aus ihrem künstlerischen Repertoire hat Bescht an ihren Wänden ausgestellt. „Ich habe vorab in Galerien in Dötlingen angefragt“, erinnert sich die Künstlerin. Aber meist habe dort ihre figurativ-surrealistische Kunst nicht gut hineingepasst. Auf Anraten einer Freundin sei sie schließlich auf die Idee gekommen, ihre eigene Wohnung als Galerie zu nutzen.

„Ich male schon sehr lange“, sagt Bescht. „Aber ich wollte nie kreativ sein müssen – also habe ich nur nebenbei gemalt.“ In den Fokus rückte das Hobby erst wieder durch den Tod ihres Vaters: „In einem unserer letzten Gespräche hat er zu mir gesagt: Hör’ bitte nicht wieder auf zu malen.“ Seitdem verarbeite sie die Trauer um den Vater in ihrer Kunst. „Meine Bilder haben alle etwas Dunkles“, so die Künstlerin. „Ich male keine Landschaften oder Blumenwiesen.“ Sie male nur das, was sie bewegt.

Neben ihren teils sehr unterschiedlichen Motiven können Besucher in dieser individuellen Galerie auch den Ort des Schaffens erkunden: das Atelier auf dem Dachboden. Eine schmale Holztreppe führt dorthin hinauf und eröffnet den Blick in eine kleine Künstlerwelt aus Pinseln, Leinwänden, Farben und Leinentüchern. „Man kann sich also die Pinselhand zu den Bildern angucken“, sagt die 47-Jährige mit einem Lächeln.

Eine konventionelle Galerie sei im Gegensatz zu ihrer „Heimgalerie“ eben recht unpersönlich, findet Bescht. Zuhause bekäme man ein „look and feel“ (übersetzt: Anblick und Gefühl) für die einzelnen Werke. Und die Bilder zu berühren, ist dabei in manchen Fällen ein richtiges Erlebnis. Denn: „Ich mache gern’ einen Mix aus Materialien“, verrät die Hockensbergerin. So habe sie zum Beispiel in eines ihrer Bilder Ausschnitte aus der Zeitung „Financial Times“ oder Farben eines Lipgloss eingearbeitet. „Malen hat eben etwas mit Lust und Laune zu tun“, sagt Ute Bescht.