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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Wenn die Zeit ab Mitternacht rennt...

09.05.2016

Wildeshausen Hin- und hergerissen war Martin Posenauer, als er im vergangenen Jahr gefragt wurde, ob er Schaffer der traditionsreichen Wildeshauser Schützengilde werden wolle. Als langjähriger Tambourmajor und technischer Leiter des Spielmannszuges war er schließlich bereits fest in die alljährlichen Gildefeierlichkeiten eingebunden. „Doch irgendwann sagte ich mir, das ist jetzt eine einmalige Chance, und griff zu“, erläutert der 40-Jährige. Bereut hat er diese Entscheidung nie, auch wenn er deshalb sein geliebtes Amt im Spielmannszug opfern musste.

Schwierig war aber im Vorfeld die Geheimhaltung, da der Name des Schaffers ja bis zur Proklamation am Pfingstdienstag um Mitternacht unbedingt geheim bleiben muss. „Wenn ich angesprochen wurde, habe ich nicht gelogen, sondern einfach gesagt, dass mein Name ja schon seit Jahren im Gespräch sei und ich einfach damit leben würde“, schmunzelt er. Telefon

„Abgebrüht“, wie Martin laut Ehefrau Ines ist, hat er sich im vergangenen Jahr bis zum Schluss nichts von der neuen Würde anmerken lassen, ist ganz normal nach dem Königsschießen als Tambourmajor wieder mit in die Stadt marschiert – und dann blitzschnell nach Hause gedüst, um sich umzuziehen.

Einfach nur genießen

Die anschließende Proklamation vor mehr als tausend begeisterten Wildeshausern sei einfach „unbeschreiblich“ gewesen. „Die Zeit ab Mitternacht rennt, man muss an nichts denken, sondern einfach nur genießen“, ergänzt Ehefrau Ines, die ihren Mann in seinem Amt voll und ganz unterstützt.

Als Tochter des Gilde-Offiziers und Schatzmeisters Siegbert Schmidt kennt und schätzt die 37-Jährige schließlich die Wildeshauser Gepflogenheiten zu Pfingsten von Kindheit an.

Dieser familiäre Rückhalt erleichterte auch das nun folgende Jahr, denn Ines und Martin arbeiten beide in Schmidts Familienunternehmen „Wasseraufbereitung Heizung und Sanitär“. Demgemäß fanden sie bei Terminüberschneidungen einen mehr als verständnisvollen Chef. „Den muss man auch haben – ebenso wie ein gewisses Organisationstalent“, resümiert Posenauer.

Viel Unterstützung fanden Ines und er zudem bei seinen Eltern, die gerne auf die beiden siebenjährigen Zwillingstöchter Zara und Sina aufpassten, wenn Mama und Papa mal wieder weg mussten.

Gilde-Urgestein

„Mein Vater Hartmut ist ja selbst als Trommler im Spielmannszug und bei den ,Red Boys’ ein Gilde-Urgestein und hatte vollstes Verständnis für den Trubel“, schmunzelt der abgehende Schaffer, der seine eigenen Gilde-Termine im vergangenen Jahr auf „so um die 100“ schätzt.

Besonders viel Spaß gemacht haben diese Einsätze, weil die Chemie mit dem Königspaar Oliver und Julia Rosemeier stimmte. „Julia kenne ich ja als Flötistin aus dem Spielmannszug schon lange“, berichtet Martin Posenauer. „Sehr kompatibel“ sei zudem die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Jens Kuraschinski gewesen – seines Zeichens nicht nur General der Gilde, sondern auch Vorsitzender des Spielmannszuges. „Das war schon toll, dass wir sein erstes Schafferpaar waren“, ergänzt Ines.

Gut aufgehoben fühlten Posenauers sich zudem bei ihren Begleitoffizieren Gerald Kreienborg und Christian Harting sowie deren Ehefrauen Anja und Nina. „Alle passen aufeinander auf, geben Tipps und sorgen dafür, dass nicht jeder jeden übertrumpfen will“, erzählt die Schafferin. Auf diese Weise hielten sich auch die Kosten im Rahmen und seien längst nicht so hoch, wie oft gemutmaßt werde, ergänzt Ehemann Martin.

So fühlen sich die Posenauers gut aufgehoben im Offizierskorps und genießen gemeinsame Aktionen wie zum Beispiel den Fähnrichsausflug, bei dem auch die Kinder mit von der Partie waren.

In den Gildekreisen können sie auch auf Unterstützung zählen, wenn für sie die Arbeit richtig anfängt. „Unsere erste Bewirtung in diesem Jahr im Rathaussaal ist ja noch recht klein, aber für die großen Bewirtungen sind inzwischen schon rund 60 Helfer nötig“, weiß Ines Posenauer.

Schließlich möchten dann bis zu 700 Schwarzröcke schnellstmöglich ein kühles Bier haben. Doch auch da bleiben Posenauers entspannt. „Viele Helfer machen das jetzt schon seit Jahren und werden regelrecht vererbt“, sagt die Schafferin, die zudem Familie und Freundeskreis fest an ihrer Seite weiß.

Uta-Maria Kramer
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2703

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