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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Skandal: Schwarzhaarig unter Blondinen

04.03.2019

Wildeshausen Nun kennt sie auch der „Club der Plattsnacker“ in Wildeshausen und umzu: Annie Heger, die plattschnackende gebürtige Ostfriesin, ein Talent für Bühne, Gesang, Schauspielerei, Tanz und Moderation und Tausendsassa. Die Entertainerin zeigte am Samstagabend in der Musikschule des Landkreises, dass Plattdeutsch eine lebendige Sprache ist, die viele Menschen zu begeistern vermag.

Mit ihrem Programm „Watt’n Skandal“ ging es tief in die plattdeutsche Tiefebene, ins Ostfriesische, an den Kanal und nach „Spetzerfehn“, zu Land und Leuten und zur Familie, zu Klein Annie und ihren Weg ans Licht der Welt und zum Gerstensaft aus Jever – unvermeidlich für Annie, um die Kehle bei all der Sabbelei zu schmieren. Als „Liza Minelli aus Spetzerfehn“ wollte Annie zum Broadway. Auch, wenn es dann wie am Samstag nur ein Wildeshausen wurde. Annie Heger hat ihre Nische gefunden. Auf der Bühne, beim NDR („Hör mal‘n beten to“), als künstlerische Leiterin des „Plattart Festivals“ in Oldenburg oder als Mephisto in Goethes „Faust“ ist sie gefragt.

Ein Abend, der nicht nur die hiesigen Plattschnackenden begeisterte, sondern auch Gäste aus Mecklenburg. Begleitet wurde Heger am Konzertflügel durch den coolen Musiker Matthias „Matze“ Monka aus Bremen-Nord, beklatscht von 170 Gästen in dem fast ausverkauften Saal.

Nicht nur für den Plattdüütsch-Beooptragten der Stadt Wildeshausen, Friedrich Ahlers, war der Abend unterhaltsamer Hochgenoss, sondern auch für Hergen Stolle und seinen Heimatverein Düngstrup. Als Mitveranstalter hatte der Verein das erste Konzert der Ostfriesin in der Kreisstadt erst möglich gemacht. Ahlers hatte Annie Heger auf der Bühne gesehen. „Da war für mich klar, die müssen wir hier nach Wildeshausen holen.“

Es fehlte nur noch ein passender Termin. Der fand sich nach der Tokio-Grünkohltour von Annie dann auch. „Für viele war das ein Flug nach Tokio. Für andere die längste Kohlfahrt, die man sich vorstellen kann“, stieg Annie wortgewandt in ihren „Watt’n Skandal“ ein. Damit spielte sie auf ihre eigene Autobiografie an. Geht es doch um den Skandal, dass Annie vor 36 Jahren schwarzhaarig zur Welt kam. „Meine komplette Familie ist doch hellblond – Watt’n Skandal“. Mit der Familie, den sieben Geschwistern und mit Opa, dem die kleine Annie hinterher schlurfte, „Opas Hinterteil kann ich aus hunderten erkennen“, sagte sie. Und Omas „Fieerabbend“-Geschichte sind Erinnerungen, die sie perfekt ins Plattdeutsche übertrug.

Das wiederum gepaart mit dem Rapp „Wir sünd een“, komponiert und textet von Annie Heger persönlich. Damit gab sie auch den Beitrag für die „Platto-Politiker“. „Wi sünd een Menscheid ohn Nation, een Wohrheet ohn Religion, us Leeve is starker ist dat starker as all de Haat“, heißt es darin.

Wer’s weniger politisch mochte, der konnte „Dat du mien Leevste bist“ mitsingen oder zum Abschluss der zwei 45-minütigen Programmteile sich mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“, wunderschön vorgetragen, in den Abend verabschieden lassen. Prädikat „Wiederholenswert“ war die einhellige Meinung. Gut gelaunt nutzen einige noch die Chance, sich CD oder Buch signieren zu lassen.


Ein Video gibt es unter   www.nwzonline.de/videos 
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