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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Wenn Tonkrüge Geschichten erzählen

22.05.2018

Wildeshausen Als der Vater der Wildeshauserin Helga Müller 1970 am Treppenabgang ihres Blumenkästchens buddelte, ahnte er noch nicht, was er gleich finden würde. Er stieß mit dem Spaten auf etwas Hartes. Behutsam grub er weiter – und förderte nach dem ersten gleich noch einen zweiten Tonkrug ans Tageslicht.

Diese als Vorratsgefäße oder Rührtöpfe genutzten Krüge datierten Historiker auf das 18. Jahrhundert. Ein genaues Datum kann nur geschätzt werden, berichtete Cornelia Harms vom Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen. Sie hatte maßgeblich zur Ausstellung im Stadthaus, in der ehemaligen Fahrschule Engelmann, beigetragen. Sie recherchierte die geschichtlichen Hintergründe und fasste sie auf Texttafeln zusammen.

Auf die Beine gestellt haben dieses Programm der Bürger- und Geschichtsverein, die Schützengilde sowie die Stadt Wildeshausen. Die Exponate aus dem Privatbesitz von Helga Müller sowie Leihgaben aus dem Museumsdorf Cloppenburg vervollständigen die Ausstellung zur Geschichte der Töpferei in Wildeshausen.

Von 1560 bis 1890 habe es nachweislich Töpfer in der Stadt Wildeshausen gegeben, berichtete Bernd Oeljeschläger, Vorsitzender des Bürger- und Geschichtsvereins. Kennzeichnend für die Wildeshauser Töpferkunst waren zum Beispiel rotgebrannter Ton sowie die Verzierung von Gefäßen mit vier roten Punkten oder dem „W“ für Wildeshausen, so Harms. Auch bestimmte Tiere, Pflanzen und Linien seien charakteristisch für die Wildeshauser Waren gewesen. Durch die Schaufenster sind die Texttafeln und die Vitrinen noch bis Sonntag, 10. Juni, im Stadthaus zu sehen.

Einen Bogen von den historischen Funden zum aktuellen Handwerk schlug der Töpfermarkt, der nebenan auf dem Stellmacherplatz aufgebaut war. Sieben Aussteller aus dem Oldenburger Land, Wilhelmshaven und Oyten präsentierten ihre Stücke. Sie hatten Dekorationsgegenstände, Schüsseln, Siebe und Trinkgefäße dabei.

„Wenn der Markt bei Besuchern und Ausstellern so gut ankommt, wie wir es uns erhoffen, können wir uns vorstellen, ihn in kommenden Jahr wieder zu organisieren“, erzählte Birte Hogeback vom Stadtmarketing.

Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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